Skip to main content
Jetzt spenden
Aktion gegen Atommüll mit einem Berg von Müllsäcken mit dem Strahlenwarnzeichen vorm Wirtschaftsministerium in Den Haag
© Bas Beentjes / Greenpeace

Radioaktivität in der Umwelt

Atomkatastrophen wie in Fukushima führen uns besonders deutlich vor Augen, wie unberechenbar Atomkraft ist. Aus Atomanlagen in die Umwelt freigesetztes radioaktives Material belastet jedoch nicht nur in Japan oder der Ukraine Flora und Fauna. Viele Regionen der Erde wurden (und werden) durch die sogenannte "friedliche" oder militärische Nutzung der Atomenergie teils massiv verstrahlt. In der Nähe von Atomanlagen mehren sich, selbst im laufenden Betrieb, Krankheiten. Besonders durch Unfälle und Entsorgung des radioaktiven Abfalls gelangen immer mehr radioaktive Elemente in die Umwelt.

Der Grenzwert, der außerhalb eines deutschen Atomkraftwerks am Zaun gemessen werden darf, beträgt 0,3 Millisievert. Laut Strahlenschutzverordnung §6 soll auch innerhalb der Grenzwerte die Dosis so gering wie möglich gehalten werden, denn: Strahlung ist nie unbedenklich. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Atomanlagen und Gesundheitsbeeinträchtigungen: Kinder sind, je näher am Atomkraftwerk sie aufwachsen, desto stärker leukämiegefährdet. Auch werden in der Nähe von Atomanlagen weniger Mädchen als Jungen geboren. Diese Beispiele zeigen, wie groß die Wissenslücken auf dem Gebiet der Strahlenwirkung auch heute sind.

Bei Atomunfällen wie in Tschernobyl oder Fukushima wurden radioaktive Elemente freigesetzt, sie verteilten sich kilometerweit. Die tatsächliche Ausbreitung und Belastung ist stark von den Wetterbedingungen abhängig und daher sehr unterschiedlich: Nach dem Unfall von Tschernobyl mussten in 400 Kilometern noch Dörfer umgesiedelt werden. Die radioaktiven Elemente kontaminieren selbst heute Milch, Obst, Gemüse und Felder, verseuchen Grundwasser, Seen und Flüsse. Sie erreichen den menschlichen Körper zum Beispiel über die eingeatmete Luft, die Nahrungskette und das Wasser. An manchen Punkten, den "Hotspots", ist die Konzentration radioaktiver Elemente nach einem Atomunfall besonders hoch – zum Beispiel dort, wo Wasser von einem kontaminierten Dach über die Regenrinne abläuft und sich in einer Pfütze sammelt.

Für die Menschen, die in radioaktiv belasteten Gebieten leben, besteht die Gefahr einer ganzen Reihe gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nur zwei von vielen Beispielen. Auch das Erbgut kann geschädigt werden, so dass es beispielsweise zu Missbildungen bei Kindern und Fehlgeburten kommen kann.

Radioaktiver Müll im Meer

Nicht nur Unfälle in Atomanlagen setzen Radioaktivität frei. Jahrelang wurde Atommüll im Meer entsorgt – zum Beispiel in Fässern, die über die Jahre oft marode wurden und den radioaktiven Müll ins Wasser abgaben. Seit Anfang der 90er Jahre ist es verboten, Atommüll im Meer zu versenken, doch radioaktive Einleitungen gibt es auch heute noch: Der Ärmelkanal und die Irische See werden durch die Abwässer aus den sogenannten "Wiederaufarbeitungsanlagen" La Hague (Frankreich) und Sellafield (England) belastet.

Atommüllproblem ungelöst

Endlich ist – zumindest hier in Deutschland – der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Der hoch radioaktive Müll, der sich über die Jahrzehnte angesammelt hat, wird uns allerdings erhalten bleiben. Der Rückbau ausgedienter Atomkraftwerke verschärft das Problem noch. Hunderttausende Tonnen Baumasse, davon mehrere tausend Tonnen radioaktiv kontaminiert, müssen entsorgt werden.

Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für hoch radioaktive Abfälle – auch hier in Deutschland noch nicht. Viele Elemente des radioaktiven Abfalls aus den Atomkraftwerken strahlen für unsere Zeitbegriffe schier endlos: Plutonium-239, beispielsweise, hat eine Halbwertszeit von 24.110 Jahren, Jod-129 von 16 Millionen Jahren. Wir hinterlassen den uns nachfolgenden Generationen eine ungeheure Last.

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 01.12.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren
Dunkle Wolken über Fukushima

Kontaminiertes Wasser bedroht Umwelt in Fukushima

  • 24.08.2023

Mit bewussten Fehleinschätzungen wird der Plan gerechtfertigt, mehr als eine Million Tonnen radioaktives Wasser aus Fukushima ins Meer abzulassen. Greenpeace entkräftet diese Halbwahrheiten.

mehr erfahren
The Nuclear Crisis at the Fukushima Daiichi Nuclear Plant Continues

Fukushima - alle Publikationen im Überblick

  • 14.06.2023

Seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 hat Greenpeace zahlreiche Studien durchgeführt. Alle Publikationen sind hier aufgelistet.

mehr erfahren
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschernobyl

  • 08.06.2023

Nach dem Super-GAU in Tschornobyl am 26. April 1986 begann der Bau einer Schutzhülle zur Eindämmung der Strahlung. Doch das Provisorium war bald einsturzgefährdet, ein zweiter Sarkophag wurde gebaut.

mehr erfahren
In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

  • 26.04.2023

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Atomkraftwerk Tschornobyl. Eine radioaktive Wolke verseucht die Region und zieht über Europa. Ursache sind menschliches Versagen und technische Mängel.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 18.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum abgeschaltet, endgültig.

mehr erfahren