Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace-Energieexperte Sergio Dialetachi möchte sich darauf verlassen können, dass die Auflösung des Atomvertrages mit Deutschland ein klares Zeichen setzt. Brasilien dürfe nicht weitere Milliarden für die Herstellung des Atomkraftwerkes Angra 3 und für weitere abenteuerliche militärische Initiativen ausgeben, mahnte er.

Es war die zweite Protestaktion innerhalb von drei Wochen. Im Oktober hatte die brasilianische Regierung angekündigt, in den kommenden Jahren Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Atomkraft zu investieren. Dialetachi hatte diesen Plan mit den Worten kommentiert, die Regierung solle lieber dafür sorgen, dass Millionen von Brasilianern nicht mehr hungern müssten.

Ein großer Batzen der brasilianischen Auslandsschulden geht auf den deutsch-brasilianischen Atomvertrag von 1975 zurück. Zu Beginn der Achtzigerjahre waren es rund 30 Prozent. Einziges Ergebnis des Vertrages war das Atomkraftwerk Angra 2. Der Bau hat 14 Milliarden US-Dollar verschlungen und steuert nicht einmal zwei Prozent zur brasilianischen Energieerzeugung bei.

Atomvertrag ade - willkommen Atomenergie?

Über den Atomvertrag, ein Relikt aus den Zeiten der brasilianischen Militärdiktatur, ist auch Deutschland am finanziellen Desaster Brasiliens mitschuldig. Greenpeace und andere Umwelt- sowie Entwicklungshilfeorganisationen forderten deshalb am 6. Oktober 2004 in einem gemeinsamen Brief an die deutsche Regierung, den Vertrag endlich zu kündigen. Letzter Kündigungstermin für die nächsten fünf Jahre war der 18. November 2004.

Dass die rot-grüne Bundesregierung diese Gelegenheit wahrgenommen hat, ist erfreulich. Ebenso erfreulich ist, dass Brasilien sich damit einverstanden erklärt hat. Und erfreulich ist auch, dass ein neuer Vertrag mit Schwerpunkt auf Erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz ausgehandelt werden soll.

Ob damit das Ende des brasilianischen Atomenergie-Abenteuers eingeleitet ist, darf allerdings bezweifelt werden. Sicherheitsminister General Jorge Armado Felix erklärte erst am 14. November öffentlich und kategorisch, dass die Erlaubnis zum Bau des Atomkraftwerks Angra 3 praktisch erteilt sei. Damit bliebe die Atomenergie das wahre Loch in der brasilianischen Geldbörse (Dialetachi).

Zudem ignoriert die Regierung Lula den Willen der meisten Bürgerinnen und Bürger. Während einer Umfrage von Greenpeace Brasilien im Jahre 2004 haben sich rund 82 Prozent der Brasilianer gegen den Bau von Atomkraftwerken ausgesprochen. Sie zeigten sich überzeugt, dass Brasilien in der Lage ist, saubere, billigere und sichere Energiequellen zu entwickeln. (sit)

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren