Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nach Ansicht von Greenpeace ist die Kommission bei der Prüfung des Falles von falschen Voraussetzungen ausgegangen: Eine Ablehnung der Finanzhilfe hätte nicht zum sofortigen Stillstand aller Stromlieferungen durch British Energy geführt. Die britische Regierung hätte hinsichtlich der BE-Atomreaktoren durchaus noch andere Möglichkeiten als die des alles oder nichts gehabt. Die britische Regierung hat die EU-Kommission falsch über den Beitrag des Energieriesen zur Sicherung der Stromlieferungen auf der Insel informiert.

British Energy ist der größte Atomkraftwerksbetreiber der Insel. Der Energielieferant war im Sommer 2002 in finanzielle Schwierigkeiten geraten, als nach der Öffnung des Strommarktes die Preise für Strom durch Überproduktion unter die Herstellungskosten fielen. Als Soforthilfe hatte die Regierung daraufhin ein Überbrückungsdarlehen von 650 Millionen Pfund (rund einer Milliarde Euro) gewährt, dessen Frist am 9. März abläuft. Um das Unternehmen langfristig zu halten, sind jährlich 200 bis 300 Millionen Euro nötig. Zusätzlich sollen die britischen Steuerzahler in den nächsten zehn Jahren für die Kosten der Atommüllentsorgung aufkommen - rund acht Milliarden Euro.

Jim Footner, Atomexperte von Greenpeace, sieht in der Entscheidung der EU-Kommission eine Gefährdung des Wettkampfs auf dem britischen Strommarkt. Mit der massiven Finanzhilfe für den Pleitekonzern auf Kosten der Steuerzahler werde der gefährliche Atomstrom einseitig gestärkt, während Wettbewerber, die auf erneuerbare Energien setzen, das Nachsehen hätten. Die einzige wirklich legale, wettbewerbsrechtlich faire und ökonomisch sichere Lösung, sagte er, ist die planvolle Stilllegung der BE-Atomreaktoren. (sit)

Mehr zum Thema

Projection for a Nuclear Power Free Europe at Grohnde NPP (Photos & Video)

Keine Laufzeitverlängerung für AKW

  • 04.08.2022

Der TÜV Süd ist für AKW-Laufzeitverlängerungen. "Ohne Überprüfung steht für den TÜV das Ergebnis bereits fest", sagt Atomexperte Heinz Smital. Ein Rechtsgutachten unterstellt dem Konzern Befangenheit.

mehr erfahren
Transporter vor AKW-Kühlturm

Greenpeace radiation investigation at Chornobyl

  • 18.07.2022

Near the ruins of the Chornobyl nuclear power plant, an international team of radiation experts led by Greenpeace Germany is examining abandoned Russian positions for radioactive contamination.

mehr erfahren
Examination around Chornobyl for Radioactivity

Strahlenmessungen in Tschornobyl

  • 18.07.2022

Die Ergebnisse der Greenpeace-Messungen um Tschornobyl zeigen: Die Internationale Atomenergiebehörde verharmlost radioaktive Gefahren durch die russische Invasion.

mehr erfahren
Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei

Greenwashing durch EU-Taxonomie

  • 06.07.2022

Das EU-Parlament kann die umstrittene Einstufung von Gas und Atom als nachhaltig nicht verhindern: Greenpeace kündigt darum eine Klage an.

mehr erfahren

Brände nahe Tschornobyl

  • 20.05.2022

Immer wieder kommt es zu Bränden um Tschornobyl, unter großem Einsatz der Feuerwehrleute vor Ort. Das zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen.

mehr erfahren
‘Taxonosaurus’ Dinosaur at EU Commission HQ in Brussels

EU-Taxonomie nach russischem Wunsch

  • 17.05.2022

Eine EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, die Gas und Atomkraft fördert, begünstigt vor allem Russlands Wirtschaft. Kein Zufall: Darauf haben russische Unternehmen hinter den Kulissen hingewirkt.

mehr erfahren