Skip to main content
Jetzt spenden
Anti-Atomdemo in Fukui 2012
Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Japan: Amtsgericht entscheidet gegen Neustart von Meilern

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ein japanisches Gericht erklärte das geplante Wiederanfahren zweier abgeschalteter Reaktoren für unzulässig – ein bahnbrechendes Urteil.

Das Urteil der drei Richter eines Amtsgerichts im Fukui Distrikt macht dem japanischen Energieversorger KEPCO einen Strich durch die Rechnung: KEPCO hatte geplant, die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Oi wieder ans Netz zu nehmen. Dagegen klagten 166 Bürger, die in einem Umkreis von 250 Kilometern um das Atomkraftwerk leben - vor allem  in der Region Kansai, zu der neben der Präfektur Fukui auch Kyoto gehört. Unterstützt wurden sie von Einwohnern aus der Präfektur Fukushima, die nach dem Reaktorunfall 2011 evakuiert werden mussten.

Die ablehnende Begründung der Richter führt eine Reihe sozialer, ethischer, technischer und rechtlicher Aspekte an und kommt zu dem Schluss, dass die Reaktoren nicht sicher betrieben werden können.

Das Urteil hat auch für die Pläne der japanischen Regierung Konsequenzen. Als Reaktion auf den Reaktorunfall in Fukushima im Jahr 2011 waren 2013 alle 48 aktiven Atomkraftwerke in Japan vom Netz genommen worden. Die japanische Regierung unterstützt die Absicht der Energieunternehmen, einzelne Reaktoren nun wieder zu betreiben. Derzeit liegen Anträge für das Wiederanfahren von 19 Meilern vor. "Die Entscheidung hat nicht nur auf die Energiepolitik in Japan Auswirkungen, sie ist auch ein wichtiges Signal für die Energiewende weltweit. Mit ihrem Urteil machen die Richter deutlich, dass das Wohlergehen und die Sicherheit der Menschen wichtiger sind als die Profite der Konzerne", kommentiert Shaun Burnie, Atom-Experte von Greenpeace Deutschland.

KEPCOs Behauptung, auch nach schweren Erdbeben sei ein sicherer Betrieb der Reaktoren gewährleistet, wurde von den Richtern mit dem Hinweis abgewiesen, dass es keine zuverlässigen Vorhersagen über die mögliche Schwere eines Erdbebens in der Region geben könne. Auf die Unmöglichkeit einer sicheren Prognose hatten Seismologen vielfach hingewiesen. KEPCO hat bereits Widerspruch gegen das Gerichtsurteil eingelegt.

Drei Jahre nach der Katastrophe in Fukushima haben Bürgerinitiativen überall in Japan Verfahren gegen das geplante Wiederanfahren der AKW angestrengt. Der Protest gegen die Neustarts konzentriert sich derzeit vor allem auf das AKW Sendai in der Kagoshima Präfektur im Süden des Landes. Die jüngsten Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Japaner sich gegen eine erneute Inbetriebnahme der AKW ausspricht.

"Wenn ein Gericht vor der Reaktorkatastophe in Fukushima so vorausschauend geurteilt hätte, hätte dieses Unglück verhindert werden können. Das Urteil ist ein wichtiger Schritt, um zu verhindern, dass es in Zukunft zu einem weiteren schweren Reaktorunfall kommen kann", so Burnie.

Mehr erfahren:

Das AKW-Urteil von Fukui (engl.)

Das AKW-Urteil von Fukui (engl.)

10 | DIN A4

70.35 KB

Herunterladen

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren