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Atomkraft bleibt die gefährlichste Form der Energieerzeugung. Auch heute kann die Atomindustrie das Risiko eines Super-GAU`s, wie 1986 in Tschernobyl, nicht ausschließen. Jeden Tag kommt es in Atomkraftwerken und Atomanlagen weltweit zu Fehlfunktionen und Unfällen. Das ist erst wieder in Frankreich deutlich geworden, wo innenhalb von zwei Wochen drei Störfälle bekannt wurden.

Ob Materialversagen, technische Defekte oder menschliches Versagen, schon vermeintlich kleine Fehler können in AKWs Katastrophen verursachen, sagt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace. Allein in Deutschland gibt es jedes Jahr weit über 100 meldepflichtige Ereignisse.

Atomkraft ist alles andere als billig

Atomstrom ist nur dann billig, wenn es zahlreiche staatliche Zuwendungen und Garantien gibt, die AKW abgeschrieben sind und externe Kosten für Umwelt und Gesundheit vom Steuerzahler getragen werden.

In liberalisierten Strommärkten rechnen sich neue AKW nicht mehr, bzw. nur dann, wenn der Staat den Betreibern weiterhin massiv unter die Arme greift. Der Bau eines AKW ist immerhin fünfmal so teuer wie der Bau eines vergleichbaren Gaskraftwerkes - so er denn im vorgegebenen Rahmen bleibt.

Der Strompreis an der Leipziger Strombörse wird auch nicht anhand der billigsten, sondern anhand der teuersten Kraftwerke gebildet. Dies sind meist fossile Mittellastkraftwerke (Kohle, Gas). Sogenannter billiger Atomstrom entlastet deshalb auch nicht den Verbraucher, sondern füllt allein die Kassen der Atomkonzerne.

Dies gilt genauso für die Laufzeitverlängerung. Während die Privathaushalte von Laufzeitverlängerungen der AKW im Umfang von zwölf bis 50 Cent im Monat profitieren könnten, würden bis zu zehn Milliarden Euro jährlich in die Kassen der Energiekonzerne gespült. Natürlich auf Kosten der Sicherheit von uns allen.

Wer wirklich was gegen steigende Strompreise machen will, muss für mehr Wettbewerb im deutschen Strommarkt sorgen. Bis heute ist das deutsche Stromgeschäft zu über 80 Prozent in der Hand von nur vier Konzernen - ein Wechsel zu anderen Stromanbietern steht jedem frei.

{image_r}Atomkraft ist keine Lösung für`s Klima

Die gleichen Vertreter, die ungeniert neue klimaschädliche Kohlekraftwerke bauen, haben Klimaschutz plötzlich als Argument für die Atomenergie entdeckt. Doch sie ist für den Klimaschutz verzichtbar. Das Gegenteil gilt: Atomkraft erweist sich als Hindernis für wirksamen Klimaschutz.

Atomenergie ist nicht CO2-frei; die Emissionen schwanken je nach Herkunft des Urans zwischen 30 bis 126 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (kWh). Moderne Gaskraftwerke mit Wärmeauskoppelung liegen bei 119 Gramm pro kWh. zudem haben die weltweit 439 Atomkraftwerke einen Anteil von lediglich zwei bis drei Prozent an der weltweiten Energieversorgung (Endenergie).

Smid sagt dazu: Jede Investition in die Atomenergie, ob Laufzeitverlängerung oder Neubau, blockiert saubere Klimaschutztechnologien. Denn jeder Euro für Atomkraft steht nicht für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Kraft-Wärme-Kopplung und der Steigerung der Endenergieeffizienz zur Verfügung.

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