Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Entscheidung für den Standort Gorleben fiel 1977. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Albrecht (CDU) legte sich aus rein politischen Gründen auf den Ort an der ehemaligen DDR-Grenze fest. Relativ schnell stellte sich heraus, dass der Salzstock als Endlager für radioaktiven Atommüll ungeeignet ist.

Wissenschaftler warnen: Dem Salzstock fehlt auf einer Fläche von 7,5 Quadratkilometern das erforderliche wasserdichte Deckgebirge. In dieser so genannten Gorlebener Rinne liegen Geröll und Grundwasser direkt auf dem Salz. Damit besteht die Gefahr, dass aus dem Atommüll gelöste Radionuklide ins Grundwasser gelangen und dieses verseuchen.

Die Atomkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW interessiert das nicht. Seit 1995 lassen sie ihren Risikomüll nach Gorleben schaffen. Dort werden immer mehr Castoren oberirdisch zwischengelagert, obwohl über ein Endlager Gorleben noch nicht entschieden ist. Voraussichtlich am 19. November ist es wieder so weit: Dann rollen die nächsten Castoren aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague per Bahn und LKW ins Wendland.

{image}Sigmar Gabriel, ehemals Ministerpräsident von Niedersachsen, steht Gorleben sehr kritisch gegenüber. Schon 1999 stellt er in einem Interview mit der Berliner Zeitung fest: Nach unseren Erkenntnissen und unserer Überzeugung ist Gorleben ungeeignet. Noch-Umweltminister Jürgen Trittin von den Grünen hat während seiner Amtszeit mehrmals einen Gesetzentwurf zur alternativen Standortsuche angekündigt. Doch ausgerechnet die grünen Landesverbände betätigten sich immer wieder als Bremser.

Auch wissenschaftliche Berater der Bundesregierung fordern, alternative Endlager zu suchen. Der vom Bundesumweltministerium eingesetzte Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd), der sowohl mit Gegnern als auch mit Befürwortern der Atomkraft besetzt war, hat in den Jahren 1999 bis 2002 ein Verfahren zur alternativen Endlagersuche entwickelt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat kürzlich einen Bericht über konzeptionelle und sicherheitstechnische Fragen der Endlagerung radioaktiver Abfälle veröffentlicht. Darin ist zu lesen, dass sich aus den Erkenntnissen der Studie nun die Notwendigkeit eines Standortvergleiches ergibt.

Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Fukushima Map

Fukushima

  • 23.09.2022

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren
Die vier Kühltürme des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei

Greenwashing durch EU-Taxonomie

  • 18.09.2022

Das EU-Parlament kann die umstrittene Einstufung von Gas und Atom als nachhaltig nicht verhindern: Greenpeace kündigt darum eine Klage an.

mehr erfahren
Exit Projection at the Isar 2 NPP

Stresstest: Kein Ende der Atomkraft am 31.12.

  • 05.09.2022

Das Ergebnis des Stresstests steht fest: Zwei Atomkraftwerke sollen bis April als Notreserve zur Verfügung stehen. Greenpeace-Aktive protestieren gegen die Entscheidung für die Hochrisikotechnologie.

mehr erfahren
Staff Portrait of Gianna Martini

Atomausstieg: Keinen Tag länger

  • 29.08.2022

Ich will, dass deutsche Atomkraftwerke am 31.12. vom Netz gehen. Und keinen Tag später. Denn Atomkraft ist gefährlich - und hilft uns in der derzeitigen Gasmangellage nicht weiter.

mehr erfahren
So funktioniert ein Druckwasserreaktor, Grafik

Wie funktioniert ein AKW?

  • 24.08.2022

Atomkraftwerke nutzen die Energie von Wasserdampf, um an Stromgeneratoren gekoppelte Turbinen anzutreiben. Die Wärme entsteht durch die Kernspaltung.

mehr erfahren
Examination around Chornobyl for Radioactivity

Strahlenmessungen in Tschornobyl

  • 18.07.2022

Die Ergebnisse der Greenpeace-Messungen um Tschornobyl zeigen: Die Internationale Atomenergiebehörde verharmlost radioaktive Gefahren durch die russische Invasion.

mehr erfahren