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Greenpeace-Aktivisten entrollen Banner am Förderturm Asse, November 2008
Bente Stachowske / Greenpeace

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Die Suche nach einer Lösung für das marode Salzbergwerk Asse II läuft. Was tun mit 126.000 Atommüllfässern in einem Bergwerk, das mit Wasser vollläuft und einzustürzen droht? Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht mehrere Optionen. Eine lautet, den Atommüll in der Asse zu belassen und dort in andere Bohrlöcher umzulagern. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Bohrlöcher mit Wasser volllaufen oder einstürzen. Eine andere Option ist, das Bergwerk mit Spezialbeton aufzufüllen. Doch auch das ist keine Lösung. Beton wird spätestens nach 100 Jahren brüchig. Damit wäre das Problem nur aufgeschoben. Wie so oft, wenn es um Atommüll geht.

Nur wenn die Fässer zurückgeholt werden, lässt sich die Gefahr für Umwelt und Menschen dauerhaft beheben. Nur so lässt sich verhindern, dass radioaktive Strahlung austritt und das Grundwasser kontaminiert. Das marode Endlager Asse ist eine Bombe, an der die Lunte bereits brennt, sagt Heinz Smital, Atomphysiker von Greenpeace. Niemand weiß genau, welcher Atommüll in der Asse lagert und wie viel. Klar ist aber, dass die Asse mit Wasser vollläuft und die lecken Atommüllfässer früher oder später das Trinkwasser in der Region radioaktiv verseuchen werden. Daher gibt es zur Bergung des gesamten Mülls keine Alternative.

Für die Rückholung muss höchste Sicherheitsstufe gelten. Strahlendes Material darf Arbeiter und Anwohner nicht gefährden. Zudem müssen zwei neue Anlagen gebaut werden. Eine Konditionierungsanlage zur Neuverpackung der Abfälle und ein Zwischenlager. Eine Endlagerung des Atommülls in der Eisenerzgrube Schacht Konrad kommt für Greenpeace nicht in Betracht.

Jahrelang wurde in der Asse Atommüll eingelagert. Dieser stammt hauptsächlich aus den Atomkraftwerken der Energiekonzerne EnBW und RWE so wie E.ON und Vattenfall. Die Konzerne profitierten von den niedrigen Sicherheitsstandards für die Einlagerung. Jetzt dürfen sie sich nicht vor ihrer Verantwortung drücken. Greenpeace fordert, dass die Atomkonzerne die Kosten für die Rückholung übernehmen. Die Politik muss dafür sorgen, dass ein entsprechendes Gesetz verabschiedet wird. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung mit den Stromkonzernen über eine Laufzeitverlängerung für alte AKW und damit über ein weiteres Anwachsen des Atommüllberges spricht, während nicht einmal die Altschulden beglichen sind, so Smital.

Dar Skandal in der Asse bedeutet auch das Aus für das geplante Endlager im Salzstock Gorleben. Wer nach den Asse-Erfahrungen in einem Salzstock sogar hochradioaktive Abfälle für eine Million Jahre einlagern will, gehört eigentlich hinter Schloss und Riegel gesperrt, so Smital. Die Suche muss nun ganz von vorn beginnen.

GAU im Atommülllager Asse

GAU im Atommülllager Asse

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