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Nach der Verarbeitung von rund 1003 Tonnen abgebrannter Atombrennstäbe sind in der WAA Tokai Mura 6,9 Tonnen des hochgiftigen Plutoniums übrig geblieben. Erwartet hatte man allerdings 7,1 Tonnen. Schätzungen des Japanischen Instituts für Nuklearkreisläufe (JNC) zufolge könnte knapp die Hälfte der verschwundenen 206 Kilogramm im Laufe des Prozesses auf natürliche Weise verloren gegangen sein: zum Einen durch Auflösung in der Reinigungsflüssigkeit, zum Anderen durch natürlichen Zerfall. Die übrigen 105 Kilogramm, mutmaßt das Institut, könnten in Ummantelungen und anderen Materialien stecken geblieben sein.

In seinem Bericht an die Atomenergiekommission erklärte das MECSST den Verlust in Tokai Mura hauptsächlich damit, dass das verschwundene Material mit flüssigem Atommüll vermischt worden sei. Auch die Internationale Atomaufsichtsbehörde sei informiert worden. Verbreitungs- oder Sicherheitsrisiken bestünden nicht.

Sollte es tatsächlich so sein, dass das verschwundene Plutonium im Produktionsprozess untergegangen ist und sich z. B. in flüssigem Atommüll befindet, so haben sich die japanischen Techniker in ihren Voraussagen geirrt. Bei dieser gefährlichen Technik sind Rechenfehler allerdings unverzeihlich. Deshalb fordert Greenpeace seit langem die sofortige Stilllegung der so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen in Japan, Frankreich und England.

Während die UN-Waffeninspektoren im Irak bisher ziemlich erfolglos nach Massenvernichtungswaffen suchen, erklärt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler, versickert im westlich orientierten Industrieland Japan soviel Plutonium in irgendwelchen Kanälen, dass sich damit 20 große Atombomben bauen ließen.

Plutonium ist in zweifacher Hinsicht hochgefährlich: Es ist chemisch giftig und strahlt radioaktiv. Es wird als Nebenprodukt in Atomreaktoren erzeugt und bildet das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Atomwaffen. Die Substanz hat eine Halbwertzeit von 24.000 Jahren und bleibt so über Hunderttausende von Jahren als tödliche Gefahr in der Umwelt erhalten. Grund genug, die so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen umgehend zu schließen.

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