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Besucherinnen der Hamburger Kleidertauschparty
© Isadora Tast / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten luden zu Kleidertauschpartys in 40 deutschen Städten

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Am Eingang laden Zettel dazu ein, kurze Geschichten der Kleidungsstücke aufzuschreiben. „Habe damit eine wunderbare Lindy-Hop-Nacht durchtanzt“, hat Nicole auf eines der Schilder geschrieben und es an ihr Kleid geheftet. Denn trotz der Erinnerung an das nächtliche Tanz-Vergnügen soll das Kleid im 20er-Jahre-Stil nun weg. „Bei mir hing es fünf Jahre im Schrank“, sagt sie. „Jetzt soll jemand anderes damit glücklich werden.“

So denken offenbar viele der etwa 1200 Menschen, die zur Kleidertauschparty ins Haus 73 im Hamburger Schanzenviertel  gekommen sind – eine der Tauschbörsen, die in insgesamt 40 deutschen Städten stattfanden, allesamt veranstaltet von Greenpeace-Aktivisten. Maximal zehn Kleidungsstücke durfte jeder mitbringen und genauso viele mitnehmen. „Die Qualität der Kleidung ist gut“, freut sich Selma aus der Greenpeace-Gruppe Hamburg. Sie hat die Veranstaltung mit organisiert. „Bevor wir die Stücke aufhängen, prüfen wir sie – wir mussten nur ein Prozent aussortieren.“ Gebraucht statt neu kaufen, reparieren statt wegwerfen, zertifizierte Mode  statt billiger Massenware ist auch der Ansatz der Konsum-Kampagne von Greenpeace.

Zielstrebig strömen Besucher auf das zu, was sie suchen. Ein Überblick ist leicht zu gewinnen: So hängen Röcke an einer, Hosen oder Pullover an anderen Kleiderstangen. Wer sich mit der Größe unsicher ist, zieht sich in aus Planen improvisierten Umkleidekabinen um – oder einfach im Gang davor. Es sind überwiegend junge Menschen, die nach Kleidung stöbern.

Viele bleiben aber auch einfach nur stehen, um zu plaudern - weil die Stimmung so schön ist und ein DJ auflegt. „Ich finde es super, dass es hier Musik gibt“, sagt Leonie,21. Auch ihre Freundin Aylin ist begeistert: „Es macht Spaß und hier sind nette Leute.“ Zusammen nehmen sie drei Hosen und ein Shirt mit nach Hause.

Gebraucht statt neu

Denjenigen, die mit dem frisch erstandenen Stück noch nicht ganz zufrieden sind, steht Redesign mit Rat und Tat beiseite. Das Hamburger Label stellt Upcycling-Mode  aus alten Stoffen und Kleidern her. Diese Idee will die Betreiberin Christina Schelhorn weitergeben: „Ich möchte den Leuten zeigen, dass sie vieles selber machen können.“ Auf einem Tisch stehen zwei Nähmaschinen; Reißverschlüsse und Hosen werden unter ihrer Anleitung geflickt. Sie würde immer wieder feststellen, dass Selbermachen glücklich macht. Das würde auch den Umgang mit Kleidung verändern, denn dieser müsse nachhaltiger werden.

Selma von Greenpeace-Hamburg ist sehr zufrieden. Viele seien zwar nur wegen der Kleidung gekommen, andere haben sich aber auch Infomaterial mitgenommen. Einige Besucher wie Leonie geben an, eh fast nur gebraucht zu kaufen – weil es zu viel Kleidung gibt und um die Ressourcen zu schonen.

Im Schnitt gehen in Deutschland 60 neue Kleidungsstücke pro Kopf und Jahr über den Ladentisch – bei Jugendlichen sind es sogar noch mehr. 40 Prozent davon bleiben ungetragen im Schrank. Ein Teil davon ist nun durch die 40 Kleidertauschpartys wieder im Umlauf. So haben bei schätzungsweise 10.000 Teilnehmern ungefähr  50.000 Stücke ihren Besitzer gewechselt. Das, was keinen Abnehmer gefunden hat, kommt Bedürftigen zu. Das Kleid von Nicole ist nicht dabei – vielleicht ist es bald das Styling-Highlight einer anderen durchtanzten Nacht.

Es muss ja nicht gleich eine große Kleidertauschparty sein: Im Freundeskreis finden sich bestimmt Interessierte, die Lust auf ein privates Tausch-Event haben. Weitere Anregungen zum Konsum von Kleidung finden Sie in unserer Broschüre „Es reicht!“ 

  • Eine Besucherin der Kleidertauschparty in Hamburg zeigt ihr Kleid.
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  • Anziehpuppe "Clara" (steht für getauschter statt neuer Kleidung) steht vor den Kleiderstangen auf der Hamburger Kleidertauschparty
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