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Gabriele Meinl und Bianca Renninger, Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von Aikyou
Aikyou

Interview mit Gabriele Meinl, Geschäftsführerin des Öko-Dessou-Labels Aikyou

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Casual- und Streetwear, Schuhe und Accessoires – und rund 100 deutsche und internationale Labels: Mit dieser Vielfalt startet morgen in Berlin die weltweit größte Messe für nachhaltige Mode, die Ethical Fashion Show. Sie ist der Green-Showroom für edle Öko-Mode – ein Trend, dem auch Gabriele Meinl und Bianca Renninger mit ihrem Wäsche-Label Aikyou folgen. Damit haben die beiden eine Nische in der Nische gefunden: zarte Dessous, speziell für kleine Oberweiten – streng ökologisch produziert, selbstverständlich.

Wir fragten Gabriele Meinl, Aikyou-Designerin und -Geschäftsführerin, warum Nachhaltigkeit für sie so wichtig ist. Und wie man kleine Brüste am schönsten in Szene setzt.

Greenpeace: Ökologisch korrekte Unterwäsche – da denkt man erstmal an dicken Feinripp, der praktisch, aber unsexy ist. Was ist Ihre Idee?

Gabriele Meinl: Unsere Idee ist es, feminine, sexy Unterwäsche zu machen, die sowohl haltbar als auch nachhaltig ist. Denn den praktischen, robusten Bio-BH für 19 Euro, den gibt’s schon lange. Der hat dann einen Basic-Schnitt für alle Größen. Wir zeigen mit unseren feinen, grade auf die kleine Brust angepassten BHs, dass auch Öko-BHs den Namen Dessous verdienen.

Was genau ist öko an Ihren BHs?

Wir verwenden Bio-Baumwolle und produzieren nur in Deutschland und Kroatien. Zwar beziehen wir die Baumwolle aus Indien – die wächst nun mal nicht hier. Aber dann wird sie in Baden-Württemberg gesponnen, zu Baumwolljersey gestrickt und mit GOTS-Farben gefärbt. Unsere schwarze Wäsche ist also garantiert ohne gefährliche Azo-Farbstoffe, die weißen Dessous nur mit optischen Aufhellern, die umwelt- und hautverträglich sind. Nach dem Zuschnitt schicken wir die Ware dann zum Nähen in ein Fairtrade-zertifiziertes Werk nach Kroatien.

Und das Material – gibt es nachhaltige Spitze? Wie garantieren Sie, dass die Wäsche gut in Form bleibt?

In unserer Wäsche ist acht Prozent Elastan enthalten, sonst funktioniert das einfach nicht. Gerade bei unseren feinen Schnitten für kleine Oberweiten muss sich der Stoff anpassen können. Außerdem ist Haut ein sehr sensibles Thema, da darf nichts kratzen. Deswegen verwenden wir Biobaumwolle von allerhöchster Qualität. Aber für die Nähte zum Beispiel mussten wir am Ende konventionelles Polyestergarn verwenden, weil das Bio-Garn einfach kratzt. Punkt.

Satin, den wir in manchen Modellen verarbeiten – der besteht aus einem Polyester-Polyacryl-Gemisch, das ist bisher auch nicht bio. Neulich habe ich mal Spitze aus PET-Recycling gesehen, die kam zwar aus Italien, aber war trotzdem nicht schön. Wir finden einfach keine ökologischen Hersteller auf diesen Gebieten - freuen uns aber sehr, wenn uns jemand einen Tipp gibt!

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, BHs grade für kleine Oberweiten zu machen?

Weil es solche BHs einfach nicht gab! Bisher wurden kleine Brüste immer so behandelt, als seien die irgendwie verkehrt und müssten mit Push-Ups oder Bügeln in Form gebracht werden. Wir finden: Die kleine Brust ist schön. Es braucht nur spezielle Schnitte, um sie in Szene zu setzen. Daher haben wir einen eigenen Stil entwickelt, puristisch, feminin und sexy – genau auf die Bedürfnisse kleiner Oberweiten zugeschnitten.

Ihr Label Aikyou gibt es seit gut drei Jahren. Was sind die größten Hürden, vor denen Sie stehen?

Zunächst mal: Wir sind eine kleine Firma, aber das Geschäft läuft bereits gut. Mit nachhaltigen BHs für kleine Brüste haben wir mit Sicherheit ein Nischenprodukt. Aber für diese Nische gibt es eindeutig einen Markt, das zeigt uns schon das begeisterte Feedback unserer Kundinnen! Die Schwierigkeit liegt sicher darin, noch bekannter zu werden, damit mehr Läden und Frauen von uns erfahren. Wir haben keinen großen Investor, der uns pusht – das ist aber auch ganz gut so, denn wir wollen nachhaltig wachsen, in einem Tempo, das wir auch stemmen können.

>>> Das Greenpeace-Detox-Team berichtet ab morgen live auf Twitter von der Ethical Fashion Show in Berlin. Hier erfahren Sie alles über Events und die aktuellen Trends in der Ökomode. 

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