Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Regionale Fahrverbote für Lkws und Pkws und Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten seit längerem als Mittel zur kurzfristigen Reduktion von Sommersmog. Als die Ozonwerte 1994 in Hessen drei Tage lang bei 180 Mikrogramm ausharrten, wurde erstmals ein Fahrverbot in Deutschland ausgesprochen.

180 Mikrogramm markieren nicht nur die Grenze, ab der die Bevölkerung informiert werden muss. Die Zahl hat einen historischen Charakter: Kurz nach dem Fahrverbot 1994 wurde das erste Sommersmoggesetz auf den Weg gebracht, das bis 1999 gültig war. Bei zu hohen Ozonkonzentrationen in der Luft durften Pkws ohne Katalysator damals nicht gefahren werden.

Heute setzt die Bundesregierung vor allem auf die Kfz-Steuer, eine Weiterentwicklung der Lkw-Maut und die Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Nicht genug, findet Karsten Smid, Klima-Experte bei Greenpeace. Er sagt: Das Sommersmog-Problem wird seit Jahren verschleppt. Ursachen sind eine verfehlte Verkehrspolitik und eine krasse Fehleinschätzung der Umweltminister der vergangenen Jahre bei der Entwicklung der bodennahen Ozonkonzentrationen. Nur durch konsequente Fahrbeschränkungen lässt sich der gefährliche Smog bekämpfen.

Unterschätzt sollten die Gefahren der erhöhten Ozonkonzentration in der Luft nicht werden. Eine Belastung mit Ozon kann tiefgreifende Folgen haben: Entzündungen der Atemwege, Einschränkungen der Lungenfunktion, Husten, Kopfschmerzen und Tränenreiz beispielsweise. Zudem begünstigt das Reizgas Allergien.

Gefährdet sind alle, die sich bei Sport und Arbeit an der frischen Luft anstrengen. Auch Kinder, die im Freien spielen, sind gefährdet. Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, da sie kleinere Lungenflügel haben und außerdem mehr Sauerstoff benötigen als Erwachsene.

Ursache von Sommersmog sind vor allem Stickoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe, die bei der Verbrennung von Kraftstoff durch Autoabgase in die Luft gelangen. Auf den Verkehr sind heute rund die Hälfte der gemessenen Stickoxide zurückzuführen. Einige Tage Sonnenschein und hohe Temperaturen reichen aus, damit sich Ozon in der Nähe des Bodens bildet.

Messungen haben zwar ergeben, dass die Anteile dieser Stoffe in der Luft in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen sind, das Problem besteht jedoch weiterhin. Denn angesichts des sich verändernden Klimas ist zunehmend mit längeren Hitzeperioden im Sommer zu rechnen. Hohe Temperaturen wie in den vergangenen Tagen begünstigen die Entstehung von Sommersmog zusätzlich. Smid meint dazu: Ozonsmog ist kein Naturphänomen. Mit einer drastischen Senkung der Autoabgase lassen sich die Ozonspitzen kappen.

(Autorin: Cindy Roitsch)

Mehr zum Thema

Textile Offcuts Used as Fuel, Cambodia

Markenmode als Brennstoff

  • 09.08.2022

Abfälle aus kambodschanischen Bekleidungsfabriken, die Marken wie Nike oder Ralph Lauren beliefern, werden vor Ort in Ziegelöfen verbrannt – und setzen die dort Arbeitenden giftigen Dämpfen aus.

mehr erfahren
Make Something Day in Hamburg: Aktivistin erstellt aus Plastikflaschen und Dosen ein Kleid an einer Schaufensterpuppe.

Erdüberlastungstag: Routinen durchbrechen

  • 28.07.2022

Nach dem Erdüberlastungstag sind die Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Wie wir besser haushalten und ein gutes Leben führen können, erzählt Frauke Wiese von der Europa-Universität in Flensburg.

mehr erfahren
Hologram Projection in Santiago Demands a Chile without Plastics

Internationaler Earth-Overshoot-Day

  • 28.07.2022

Heute, am Erdüberlastungstag, hat der Mensch sämtliche Ressourcen verbraucht, die der Planet in einem Jahr nachhaltig produzieren kann. Wie schaffen wir es wieder aus den Miesen?

mehr erfahren
Clothes Swap Party in Hannover

Nachhaltigkeit in deutschen Kleiderschränken

  • 27.07.2022

Eine aktuelle Greenpeace-Umfrage anlässlich des Earth Overshoot Days belegt: Menschen kaufen Kleidung bewusster ein – und weniger davon als noch vor einigen Jahren.

mehr erfahren
Die Band Beatsteaks zum Auftakt der Tour in Potsdam am 19. Mai 2022

Mit den Beatsteaks auf Tour

  • 16.06.2022

Greenpeace begleitet die Band Beatsteaks in diesem Jahr erstmalig auf ihrer Tour. Ein Interview mit dem Bassisten Torsten Scholz über Ziele und Nachhaltigkeit im Band-Alltag.

mehr erfahren
Menschen am Strand auf Sylt

Fünf Tipps für nachhaltigen Urlaub

  • 15.06.2022

Viele zieht es im Urlaub in die Sonne, um endlich mal wieder zu entspannen. Fünf Tipps, wie wir beim Reisen Umwelt und das Klima schonen können.

mehr erfahren