Skip to main content
Jetzt spenden
Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen PFC in The-North-Face-Kleidung
© Georg Mayer / Greenpeace

Greenpeace-Aktion in Österreich gegen PFC in Outdoorkleidung

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Mensch verunreinigt mittlerweile sogar Gegenden, in die er kaum einen Fuß gesetzt hat. Sogenannte PFC, also poly- und perfluorierte Chemikalien, werden von der Outdoor-Industrie benutzt, um ihre Jacken, Stiefel und Handschuhe wasserfest zu machen. Doch wer im wasserdichten Parka vermeintlich unberührte Gipfel besteigt, läuft den Erzeugnissen der Textilproduzenten hinterher: Das PFC ist schon dort, Greenpeace wies die kaum abbaubaren Chemikalien selbst in den entlegensten Gegenden der Welt nach.

Heute protestierten Greenpeace-Aktivisten in Wien erneut gegen das kurzsichtige Verhalten der Industrie, die trotz bekannter Gefahren nur zögerlich Schadstoffe in ihren Produkten reduziert. Vor einem Geschäft des Outdoor-Ausstatters The North Face bieten sie Passanten ein kontaminiertes Glas Wasser an: „Würden Sie diese PFCs trinken?“ Eigentlich eine rhetorische Frage: Selbstverständlich nicht. Doch tatsächlich sind diese Chemikalien längst überall – auch im Trinkwasser.

Die Aktivisten weisen Passanten darauf hin, welche Gefahren von PFCs für Mensch und Umwelt ausgehen: Tierversuche haben gezeigt, dass einige dieser sehr langlebigen Chemikalien das Tumorwachstum fördern und die Reproduktionsfähigkeit sowie das Hormonsystem beeinflussen. Morgen protestieren die Greenpeace-Aktivisten in Linz vor einem Geschäft des Konkurrenten Mammut, dessen Niederlassungen die deutschen Kollegen vergangenen Samstag bereits besucht haben. Auf der ganzen Welt fanden diese Woche Greenpeace-Aktionen für die Entgiftung großer Outdoor-Marken statt.

Neunzig Prozent sind belastet

PFCs sind in Outdoor-Bekleidung nahezu die Regel. Der kürzlich vorgestellte Greenpeace-Outdoor-Report 2016 ergab: Neunzig Prozent der getesteten Produkte waren mit PFCs belastet. Produkte von Mammut und The North Face schnitten besonders schlecht ab: Eine der höchsten Konzentrationen von giftigen langkettigen PFOA wurde in einem Schuh von Mammut gemessen, ein Schlafsack von The North Face war ebenfalls stark belastet – mit dem Siebenfachen des in Norwegen erlaubten Grenzwerts. Darum fordert Greenpeace europaweit verbindliche Regelungen.

Dabei sind die stark wetterabweisenden Qualitäten der PFC-haltigen Klamotten für die meisten Verbraucher gar nicht notwendig. Statt praktischer Notwendigkeit für Gipfelstürmer ist Outdoorbekleidung zum großen Teil einfach Mode: Wenn wasserfeste Kleidung, die für Extremwetter ausgelegt ist, vorrangig bei Nieselregen zum Einsatz kommt, ist das mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Greenpeace hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, die Belastung in Textilproduktionen deutlich zu verringern: Hersteller wie Adidas und H&M haben sich langfristig zur Entgiftung ihrer Produkte verpflichtet und ein Detox-Commitment unterschrieben. Firmen wie der Outdoor-Ausstatter Pàramo machen bereits vor, dass es selbst in ihrer Branche ohne gefährliche Chemikalien geht. Für Mammut, The North Face und andere Mitbewerber auf dem Markt sollte das Mahnung und Vorbild sein.

Hier können Sie Hersteller von Outdoor-Produkten auffordern, PFC aus der Produktion zu verbannen: Schicken Sie The North Face und Mammut eine Protestmail.

Mehr zum Thema

Factory Worker in Guangdong Province

Wie umweltfreundlich ist die Textilindustrie?

  • 23.11.2021

Während die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, verschärft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.

mehr erfahren
Feuer im Amazonas, September 2019

Gefahr für Mensch und Umwelt

  • 17.11.2021

Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten hat schädliche Folgen, wie eine Studie zeigt.

mehr erfahren
Flugzeug versprüht Pestizide über Feld

Vergiftete Doppelstandards

  • 16.11.2021

Deutschland lässt den Export und Vertrieb bienengiftiger Pestizidwirkstoffe nach und in Brasilien zu. Teilweise sind sie aufgrund hoher Risiken in der EU nicht mehr zugelassen.

mehr erfahren

Feuer im Amazonas-Gebiet

  • 16.11.2021

Jahr für Jahr ein neuer trauriger Rekord: Auch in diesem Jahr brennt wieder der Amazonas-Regenwald. Wie schlimm es ist, und was die Handelspolitik damit zu tun hat.

mehr erfahren

Nicht verhandelbar

  • 16.11.2021

Greenpeace und Misereor veröffentlichen ein Rechtsgutachten zum geplanten Handelsabkommen. Es belegt die Mängel und sieht Neuverhandlungen als einzigen Ausweg.

mehr erfahren
Symbolbild Digital Makerism mit vielen Computerbildschirmen

Digital Makerism

  • 12.11.2021

Mit neuen Technologien gegen Klimakrise und Ressourcenverschwendung – digitale Macher*innen verändern die Welt: vorm Bildschirm und in der Werkstatt.

mehr erfahren