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Projektion auf das Logistikzentrum des Onlinehändlers Amazon in Winsen
Jörg Modrow / Greenpeace

Black Friday

Schnäppchen sind teuer erkauft – wir brauchen ein gutes Lieferkettengesetz.

Für diese Tiefpreise leiden Mensch und Umwelt: Warum die heutige Rabattschlacht nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist.

Haben Sie derzeit auch so viel Werbung in Ihrem Postfach? Heute ist “Black Friday” – jener Tag, an dem der Onlinehandel alljährlich das Vorweihnachtsgeschäft mit viel Getöse und einer ziemlich unanständigen Rabattschlacht einläutet.

Auf der ganzen Welt gibt es heute unter dem Motto “Make Amazon Pay” Proteste gegen das unternehmerische Schwergewicht beim Black Friday. “Amazon ist als Unternehmen nur deshalb billionenschwer, weil es ein kurzfristiges Konsumverhalten auf die Spitze treibt, die Ressourcen unseres Planeten strapaziert und dabei Ungleichheit schürt”, sagt Jennifer Morgan, Geschäftsführerin von Greenpeace International. “Während sich die schmutzigen Milliarden von Jeff Bezos türmen, gehen die Lagerarbeiter von Amazon große Risiken ein und werden dafür kaum belohnt. Greenpeace erklärt sich solidarisch mit allen, die dafür kämpfen, die übermäßige Macht Amazons und seine ungerechten, klimaschädlichen Praktiken in Schach zu halten."

Die Tiefstpreise, die allerorts angeboten werden, sind teuer erkauft – manchmal haben Menschen dafür mit ihrer Gesundheit bezahlt, oft wurde die Natur vergiftet. Das muss sich ändern. Aber wie? Ein gutes Lieferkettengesetz kann Menschenrechtsverstöße und Umweltverbrechen schon zu Beginn der Produktionskette verhindern. Denn da genau finden sie statt! Greenpeace hat zusammen mit vielen anderen Organisationen in der Initiative Lieferkettengesetz mehr als 220.000 Unterschriften für einen solchen gesetzlichen Rahmen gesammelt und die Bundesregierung immer wieder an ihre unfertige Baustelle erinnert.

Konsum ohne Maß und Verstand

In diesen Tagen wird besonders viel im Internet bestellt. Der Marktführer in der Logistikbranche, die Deutsche Post DHL, rechnet zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts mit bis zu elf Millionen Paketen pro Arbeitstag – im Jahresdurchschnitt liegt der Tageswert bei fünf Millionen. Vieles davon geht auch wieder zurück: Mit Ihrer Hilfe haben wir soviel Druck auf die Bundesregierung erzeugt, dass durch das Vernichtungsverbot die Onlinehändler ihre Retouren und Ladenhüter nicht mehr so einfach zerstören können. 

Der “Black Friday” wird dadurch aber nicht  zum unproblematischen Konsumfeiertag für preisbewusste Schnäppchenjäger. Die rechtlichen Rahmensetzungen für globale Produktionsketten haben von Deutschland aus Konsequenzen für die Herstellung in Ländern wie Bangladesch oder Indonesien. Unsere Politik trägt die Verantwortung dafür, dass deutsche Unternehmen im Ausland sauber und fair produzieren – was bislang viel zu selten geschieht. Ein dringend nötiges Werkzeug dazu ist das seit Langem versprochene Lieferkettengesetz.

Der Wirtschaftsminister blockiert

Eigentlich wäre im August bereits ein Entwurf vom Bundeskabinett abgesegnet worden. Dazu kam es nicht, weil Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die fraktionsübergreifenden Befürworter des Gesetzes – Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) – blockiert: auf Druck von Wirtschaftsverbänden will er deutschen Unternehmen nur geringfügige Verantwortlichkeiten abverlangen. 

Was wir Politik und Wirtschaft bereits mit dem Vernichtungsverbot für Neuwaren abgerungen haben, kann uns wieder gelingen. Unterstützen Sie uns dabei, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das Mensch und Umwelt schützt: Schicken Sie unsere Protestpostkarte an das Bundeswirtschaftsministerium, das sich nach wie vor gegen ein Lieferkettengesetz stemmt. Hier geht es zur Bestellung!

Sei nicht Teil der verrückten Kette des Überkonsums an #BlackFriday. Unser Planet hält das nicht aus. Immer mehr Ressourcen werden aufgebraucht, immer mehr Menschen entlang der #Lieferkette ausgebeutet, mehr Pakete transportiert.#stopmoraldistancing https://t.co/KQ4lMqSuOK pic.twitter.com/sNszuSzlyf

Vogel über Müllberg

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