Skip to main content
Jetzt spenden
"Prestige" oil spill

Verschmutzung

Die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf etwa zwölf Milliarden Menschen ansteigen. Damit Landwirtschaft und Industrie  sie ausreichend versorgen können, wird sich der Druck auf Küstengebiete erhöhen.

Die Verschmutzung der Meere ist eine der deutlichsten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten. Das bezieht sich nicht allein auf Ölverschmutzungen durch Unfälle oder unerlaubte Tankreinigungen auf See. Zwar sind die Ölteppiche auf den Meeren nicht zu übersehen, doch ist ihre Anzahl im Vergleich mit den anderen Schadstoffmengen die ins Meer gelangen eher gering.

Zu diesen Schadstoffen gehören: Häusliche Abwasser, Industrieabwasser, undichte Mülldeponien, Verschmutzungen durch Oberflächenwasser und indirekte industrielle Einleitungen, Unfälle, Verunreinigungen durch Auslaufen, Sprengungen, Verklappungen auf hoher See, Ölforderung, Bergbau, Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, Pestizide, Abwärmequellen und radioaktive Abfälle.

Rund 44 Prozent der Schadstoffe gelangen vom Land ins Meer, der Anteil von Schadstoffen aus der Atmosphäre wird auf 33 Prozent geschätzt. Dagegen machen die über Schiffe ins Meer gelangenden Schadstoffmengen nur etwa zwölf Prozent aus.

Schleichende Todeszonen

Schadstoffe haben verschiedene Auswirkungen: An den Küsten können Nährstoffe aus Abwässern und Landwirtschaft eine hässliche und möglicherweise gefährliche Algenblüte auslösen. Wenn die Algen absterben, verbrauchen sie den im Wasser gebundenen Sauerstoff. In einigen Gebieten ist der Sauerstoffgehalt des Wasser auf ein so niedriges Niveau gefallen, dass das marine Leben ausgelöscht wurde. In diesen Fällen spricht man von creeping dead zones (CDZ) - schleichenden Todeszonen. Industrielle Schadstoffe verschlimmern die Situation in den betroffenen Gebieten noch, da sie beim Abbauen ebenfalls gelösten Sauerstoff verbrauchen.

Radioaktivität

Die radioaktive Verseuchung der Meere hat mehrere Ursachen: Waren es früher Atomtests, so ist es heute der Betrieb von Atomkraftwerken. Doch die meisten radioaktiven Abfälle, die ins Meer gelangen, stammen aus den atomaren Wiederaufbereitungsanlagen im französichen La Hague und im englischen Sellafield. Große Teile des Meeres sind dadurch vergiftet worden; so weitreichend, dass selbst die Meeresalgen vor der Westküste Grönlands und der norwegischen Küste noch Spuren von Radioaktivität aufweisen.

Schwermetalle

Die von Menschen erzeugten Chemikalien, die in die Meere gelangen, bestehen aus den unterschiedlichsten Substanzen: Etwa 63.000 verschiedene Chemikalien sind derzeit weltweit in Gebrauch. Davon machen 3.000 Substanzen etwa 90 Prozent der Gesamtproduktion aus. Jährlich kommen etwa 1.000 neue synthetisch hergestellte Chemikalien auf den Markt.

4.500 Chemikalien fallen unter die höchste Kategorie von Gefahrenstoffen. Sie werden als POPs (Persistente Organische Schadstoffe) bezeichnet. Diese Dauergifte sind nicht abbaubar und reichern sich vor allem im Gewebe lebender Organismen an - das betrifft alles Leben im Meer. Sie schädigen das Hormonsystem und können zu Unfruchtbarkeit führen, Krebs auslösen, das Immunsystem ausschalten und die kindliche Entwicklung stören.

POPs können außerdem in weite Teile der Atmosphäre gelangen und sich in kalten Regionen ablagern. So kommt es, dass selbst die Inuit in Alaska zu den weltweit am schlimmsten betroffenen Menschen gehören, obwohl sie weit entfernt von der eigentlichen Giftquelle leben. Sie ernähren sich von Fischen und Robben, deren fettreiches Fleisch mit hohen Mengen POPs belastet ist. Zu den giftigsten POPs gehören Dioxine, PCBs (Polychlorierte Biphenyle) und eine Reihe von Pestiziden, wie z.B. DDT und Dieldrin. Diese Chemikalien scheinen auch verantwortlich für Fruchtbarkeitsstörungen bei einigen Eisbär-Populationen zu sein.

Gibt's bei Ihnen heute Abend Fisch und POPs?

Auch Menschen in gemäßigten Klimazonen sind vor POPs nicht sicher. POPs sammeln sich in fettem Fisch an und gelangen so beim Verzehr in den menschlichen Körper. Fetter Fisch wird auch zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet. In einigen Ländern werden damit Fisch und Schalentiere aus Aquakultur, Milchvieh, Geflügel und Schweine gefüttert. Auf diese Weise können Fleisch- und Milchprodukte sowie aus Aquakulturen und Wildfängen stammender Fisch zu POPs-Lieferanten für den Menschen werden.

Bergbau im Meer

Konzentrationen von Schwermetallen, die beim Metallabbau sowie in der herstellenden und verarbeitenden Industrie entstehen, können ebenfalls die Gesundheit von Meerespflanzen und -tieren beeinträchtigen und sie für den menschlichen Verzehr ungeeignet machen. Menschliche Aktivitäten können gravierende Auswirkungen haben: Durch die Industrie gelangt ungefähr viermal soviel Quecksilber in die Umwelt, als auf natürliche Weise entsteht - etwa durch Verwitterung oder Erosion.

Öl

Ölverschmutzungen durch Tankerunfälle und Tanksäuberungen auf hoher See bewirken unübersehbare Umweltschäden. Sie wirken nicht nur augenblicklich auf die Meeresumwelt, sondern können das Ökosystem auch langfristig schädigen. Als 1989 die Exxon Valdez vor Alaska auf Grund lief, konnte man die Auswirkungen der Ölpest noch 15 Jahre später erkennen. Der Tanker Prestige, der 2002 vor der spanischen Küste sank, verursachte hohe wirtschaftliche Verluste, als dadurch mehr als 100 Strände in Frankreich und Spanien verunreinigt wurden und die lokale Fischereiindustrie zerstört wurde.

Korallenriff in Papua

Meeresschutz statt Verschmutzung

Greenpeace kämpft seit vielen Jahren für weitere Meeresschutzgebiete, damit die biologische Vielfalt in unseren Ozeanen erhalten bleibt. Bitte unterstützen Sie uns beim Schutz der Meere mit Ihrer regelmäßigen Spende.

Ich unterstütze Greenpeace e.V.
mit einem Betrag von

Mehr zum Thema

Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 24.11.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nehmen Proben, ein Bericht von Expeditionsleiterin Nina Noelle.

mehr erfahren
Schweinswal taucht aus dem Meer auf

Interview: Schweinswalschutz ist Klimaschutz

  • 15.11.2022

Wie geht Klimaschutz ohne Artenschutz? Gar nicht, sagen Greenpeace-Expertinnen Franziska Saalmann und Sandra Hieke anlässlich der Klimakonferenz COP27, auf der es heute auch um Artenschutz geht.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren
Tiefseekrake Casper auf Meeresgrund

Hoffnung für Artenschutz in der Tiefsee

  • 12.11.2022

Bewegung auf internationaler Ebene: Einige Länder setzen sich gegen den Beginn des Tiefseebergbaus ein, darunter Deutschland.

mehr erfahren
Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren