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Online-Redakion: Iris, warum versenkt Greenpeace keine Steine mehr im Sylter Außenriff?

Iris Menn: Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord hat der Reederei des Arbeitsschiffes eine Untersagungsverfügung zugesendet. Die Reederei darf keine Steine mehr an Greenpeace ausliefern. Deshalb können wir unsere Aktivität leider nicht fortsetzen. Aber auch das Wetter spielt nicht mehr mit. Die Zeitfenster, in denen wir rausfahren könnten, werden immer kürzer und seltener.

Online-Redakion: Und wie geht es jetzt weiter?

Iris Menn: Wir werden unser Ziel, das Sylter Außenriff wirksam zu schützen, nicht aus dem Auge verlieren. Dazu gehören weitere politische Gespräche mit dem Umweltministerium. Aber wir werden auch mit dem Fischerei- und Wirtschaftsministerium und den Fischern diskutieren. Wir brauchen wirksame Schutzgebiete, um die Artenvielfalt der Meere zu erhalten, aber auch als Teil eines nachhaltigen Fischereimanagements.

Erst letzte Woche hat EU-Fischereikommissar Joe Borg eine komplette Überarbeitung der gemeinsamen Fischereipolitik ab 2009 angekündigt, weil diese seit Jahren versage. Bemerkenswerterweise sprach er selber, als Fischereikommissar, von einem Teufelskreis aus kurzsichtigen Entscheidungen und verantwortungslosem Handeln der Industrie. Auch da müssen wir am Ball bleiben, um eine effektive nachhaltige Fischereipolitik hinzubekommen - und dazu gehören Schutzgebiete.

Online-Redakion: Wie schätzt du die Steine-Aktion ein? War sie erfolgreich?

Iris Menn: Ja! Unser Einsatz für das Sylter Außenriff war erfolgreich. Die Reaktionen aus der Politik haben uns gezeigt, dass wir den Finger in die Wunde gelegt haben. Sie haben mit Sicherheit einen Schub erfahren, ihren Beitrag zum Schutz der Meere konsequenter umzusetzen. Und genau das werden wir weiter verfolgen. Für uns ist die Sache nicht vorbei, solange die Zerstörung im Sylter Außenriff und den anderen gemeldeten Schutzgebieten weitergeht.

Online-Redakion: Gibt es weitere Handlungsstränge neben dem politischen?

Iris Menn: Wir haben mit unserer Begleituntersuchung angefangen und die versenkten Steine im Sylter Außenriff gefilmt und fotografiert. Das wird jetzt jährlich wiederholt, um die Besiedlung der Steine zu dokumentieren. Das Ergebnis wird auch die wenigen letzten Zweifler überzeugen, dass das vorhandene Riff durch die zusätzlich versenkten Steine lediglich manifestiert wird und es keine negativen Auswirkungen auf die geschützen Lebensräume gibt.

Außerdem sind wir in Kontakt mit einigen Fischern und erarbeiten Möglichkeiten, wie wir gemeinsam die Politik bewegen können.

Online-Redakion: Danke für das Update, Iris.

Hier ein Video zum Thema Schutzgebiete und Grundschleppnetzfischerei.

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