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Greenpeace-Aktivisten schwimmen vor Ölplattform
Keri Coles / Greenpeace

Shell stoppt Ölbohrungen in der Arktis

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Kein Öl aus der Arktis: Shell stoppt seine Bohrungen dort. Ein Erfolg – auch für die Greenpeace-Proteste, die seit Langem die Gefahr und Verantwortungslosigkeit der Ölsuche anmahnen.

Shell gibt auf. Wie der Ölkonzern heute bekanntgab, zieht er seine Bohrflotte auf absehbare Zeit aus der arktischen Tschuktschensee ab. Seit Wochen erkundet Shell vor der Küste Alaskas mögliche Ölvorkommen; sie zu erschließen, würde nicht nur den Lebensraum der ansässigen Tierwelt stören, ein Ölunfall hätte zudem kaum beherrschbare Folgen für das Ökosystem der Arktis.

Die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel sind laut Shell finanzieller Natur: Die Kosten seien schlicht zu hoch bei zu geringen Erfolgsaussichten, so lautet die Erkenntnis aus den Probebohrungen. Außerdem gäbe es seitens der US-Regierung unklare Umweltauflagen.

Die öffentliche Meinung dürfte aber auch ihre Rolle gespielt haben, das kontroverse, pannengeplagte Projekt endlich einzustampfen. Seit dem Bekanntwerden der Pläne sah sich Shell erheblichem Gegenwind ausgesetzt – auch Greenpeace-Aktive protestieren seit Jahren mit zahlreichen Aktionen gegen die gefährlichen Ölbohrungen.

Diesen Sommer etwa kletterten Umweltschützer:innen auf die Shell-Bohrinsel Polar Pioneer und entrollten dort ein Protestbanner. Im Hafen von Portland demonstrierten Kletternde und Umweltschützer:innen mit Kajaks gegen den Konzern. In Deutschland beteiligten sich rund fünfzehntausend Menschen an einer Greenpeace-Aktion und spendeten Putzlappen für Shell, um auf die Gefahr eines Ölunfalls in der Arktis aufmerksam zu machen. Weltweit unterstützen bereits rund siebeneinhalb Millionen Menschen die Kampagne zum Schutz der Arktis und haben eine entsprechende Petition unterschrieben.  

Ein Signal für andere Ölkonzerne

Auch Hillary Clinton kritisierte die Pläne, in der Arktis nach Öl zu suchen, und stellte sich damit gegen ihren Parteifreund Barack Obama, der das Einverständnis zu den Bohrungen gab. Weitere hochrangige US-Politiker: innen äußerten ebenfalls Kritik an der Regierung.

„Der Shell-Konzern hat viel aufs Spiel gesetzt und viel verloren, finanziell, aber auch an Ansehen“, sagt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International. „Die Arktispläne wurden zum umstrittensten Ölprojekt der Welt, und trotz des riesigen Aufwands war Shell am Ende gezwungen, mit leeren Händen wieder abzuziehen.“

Die Entscheidung zeigt: Ölbohrungen in der Arktis sind nicht nur klimapolitisch unverantwortlich, sondern auch wirtschaftlich untragbar. „Shells Rückzug ist gleichzeitig ein deutliches Signal an alle anderen Ölkonzerne, die Finger von der Arktis zu lassen“, sagt Larissa Bäumer, Greenpeace-Expertin für die Arktis. Shells Bohrstopp ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem internationalen Schutzgebiet rund um den Nordpol. Denn noch wecken die Bodenschätze der Arktis Begehrlichkeiten – selbst wenn Shell sich bereits die Finger daran verbrannt hat.

  • St.-Johns-Brücke mit Abseil-Aktivisten

    Aus der Vogelperspektive

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  • Lappenbahnen auf dem Rathausmarkt

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