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Frankreich eskortiert Rainbow Warrior aus der Bucht von Marseille

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Um die Situation vor der Hafeneinfahrt der südfranzösischen Stadt Marseille zu entschärfen, ist das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior auf Geheiß der Hafenbehörde aus den Hoheitsgewässern Frankreichs hinaus eskortiert worden. Zuvor war es am Donnerstagmorgen erneut zu aggressiven Protesten der französischen Tunfischfänger gekommen. Einige vertäuten ihre Boote an dem Greepeace-Schiff und enterten es. So war kein Zugang mehr von außen möglich. Die Crew der Rainbow Warrior setzte daraufhin einen Notruf ab, der in der Seefahrt beim Geentertwerden durch Piraten üblich ist. 

Weitere zehn Tunfischfängerschiffe umkreisten währenddessen die Rainbow Warrior und spritzen mit Schläuchen Wasserfontänen auf Schiff und Crewmitglieder. Vereinzelt trafen auch Eier und Früchte das Greenpeace-Schiff. Greenpeace ist eine gewaltfreie Organisation, erklärt Mike Finken, Kapitän der Rainbow Warrior. Um die Spannungen hier abzubauen, akzeptieren wir es, auf ausdrücklichen Befehl der Präfektur fortgeschleppt zu werden.

Finken fügt aber hinzu: Allerdings gehen wir davon aus, dass wir uns rechtlich nichts zu Schulden kommen lassen haben. Die Angriffe gingen allein von den Tunfischfängern aus. Wir haben bereits gestern angekündigt, heute Abend nach Spanien weiterzufahren.

Das Greenpeace-Schiff befindet sich zurzeit auf einer dreimonatigen Tour durchs Mittelmeer, um auf die Gefahren für das Gewässer aufmerksam zu machen. Dazu zählt auch die Überfischung der Tunfischbestände, die kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Auf hoher See sind die Tunfischfänger außer Kontrolle - und nun auch im Hafen, kommentiert Karli Thomas von Greenpeace International die Ereignisse.

Sie sollten sich lieber ihrer Verantwortung für das Aussterben der Tunfische im Mittelmeer stellen und die größeren Zusammenhänge betrachten. Es ist ja auch in ihrem Interesse, wenn wir ein Netz von Schutzgebieten fordern. So wäre im Mittelmeer nachhaltiger, gesunder und ausreichender Fischfang möglich. Auf lange Sicht kommt das den Bedürfnissen der Umwelt und der Fischer sowohl in Frankreich als auch anderswo entgegen.

Eine gängige Praxis der Tunfischindustrie seit Ende der 90er Jahre ist es, Farmen in Küstennähe anzulegen. In riesigen, frei im Meer schwimmenden Netzen werden tausende der Tiere gehalten. Allerdings mussten sie zuvor als lebende Jungtiere in der freien Wildbahn gefangenen werden, da eine Zucht bis heute nicht möglich ist. Diese Tiere werden keinen Nachwuchs haben und fallen für den Arterhalt aus. Und: Die Farmbetreiber müssen für die hungrigen Tunfische Nahrung heranschaffen, die sich die Meeresjäger sonst einfach selbst besorgt hätten. Dafür plündern dann illegal operierenden Piratenfischer die Weltmeere.

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