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Besonders kritisch ist die Lage in Deutschland: 62 Prozent des verkauften Obst und Gemüses war mit Pestiziden belastet; 8,2 Prozent sogar über den gesetzlich erlaubten Höchstmengen. Neben den Niederlanden die höchsten Belastungsquoten, die in der EU gefunden wurden. Zudem wurden in Deutschland mit 263 Wirkstoffen EU-weit die meisten Pestizide in Obst und Gemüse nachgewiesen.

Die Nachricht, dass immer mehr Gift auf unseren Tellern landet, stellt die EU stillschweigend ins Internet - zwei Jahre, nachdem die getesteten Lebensmittel gegessen wurden, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Kaum irgendwo in Europa wurden höhere Pestizidbelastungen in Obst und Gemüse gefunden als in Deutschland. Doch weder die EU-Kommission noch der deutsche Verbraucher- und Landwirtschaftsminister Horst Seehofer greifen ein.

Dabei sind die Gegenmittel bekannt: Lebensmittelkontrollen, die Verstöße wirksam aufdecken und ahnden, erklärt Krautter. Und das schon 2004 von Bund und Ländern gestartete Reduktionsprogramm chemischer Pflanzschutz, nach dem der Einsatz von Spritzmitteln verringert und Überschreitungen von Höchstmengen in Lebensmitteln von acht auf unter ein Prozent gesenkt werden sollten. Doch bislang gibt es keine Pläne zur Umsetzung dieses Programms. Verbraucher sollten da lieber zu Bio-Ware greifen, die ist in der Regel frei von Spritzmittelresten.

Nachtrag vom 6. November 2006: Schlechte Nachrichten für alle, die hofften, dass sich seit 2004 etwas getan hätte. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat nun neueste Zahlen aus diesem Jahr veröffentlicht. In Beerenobst und Salat fand das Amt Pestizide in einer Menge, die oft über der zulässigen Höchstmenge lag. Weitere Informationen erreichen Sie über die Links unten.

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