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Biene auf einer Blüte
© Axel Kirchhof / Greenpeace

Greenpeace-Abfrage: Noch immer verkaufen drei Baumärkte Glyphosat

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Schnell, zuverlässig und „wahrscheinlich krebserregend“: Unkrautvernichtungsmittel mit dem Inhaltsstoff Glyphosat wirken auf Balkonen und in Privatgärten zwar rasch und radikal, was die Vernichtung sogenannter Unkräuter angeht. Doch sie lösen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wahrscheinlich Krebs aus. Dennoch füllten Glyphosat haltige Pestizide die Regale der Bau- und Gartenmärkte.

Mittlerweile ist das Pflanzengift dort allerdings immer seltener zu finden – und das ist gut so. „Die Proteste der Verbraucher und die politischen Diskussionen sind erfreulich wirkungsvoll“, sagt Christiane Huxdorff, Umweltwissenschaftlerin und Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft. „Die Baumärkte zeigen Verantwortung dafür, dass Gärten und Balkone von gefährlichen Giften verschont werden.“

Fünf Bau- und Gartenmarktketten nehmen laut einer Greenpeace-Abfrage Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat vollständig aus ihren Regalen. „Die Märkte müssen konsequent weiter machen“, fordert Huxdorff. Denn: Dehner, Hagebau und Hellweg sind die einzigen der acht befragten deutschen Ketten, die Glyphosat noch nicht aus ihrem Angebot verbannt haben.

Glyphosat ist der weltweit meistgenutzte Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln. Der US-Konzern Monsanto, der das Mittel entwickelte, vertreibt bis heute Glyphosat haltige Herbizide unter dem Markennamen Roundup. Im Juli vergangenen Jahres stufte eine Agentur der Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilt diese Ansicht hingegen nicht. Derzeit berät die EU darüber, ob sie das Pestizid weiterhin zulassen wird, für welchen Zeitraum und mit welchen Einschränkungen. „So lange die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat unklar sind, muss das Vorsorgeprinzip gelten“, fordert Huxdorff.

Bienengefährdende Pestizide fast nicht mehr in Baumärkten

Ergebnisse der Greenpeace-Abfrage bei deutschen Bau- und Gartenmärkten zum Verzicht auf bienengefährdende Pestizide und Glyphosat

Doch nicht nur auf Glyphosat verzichten immer mehr Bau- und Gartenmarktketten. Alle acht Märkte werden in Kürze auch die für Bienen gefährdenden Pestizide mit dem umstrittenen Wirkstoff  Thiacloprid aus ihrem Sortiment entfernt haben; Hellweg lässt sich allerdings für diesen Schritt bis zum Ende dieses Jahres Zeit. Seit mehreren Jahren fordert Greenpeace die großen Ketten auf, bienengefährdende Pestizide nicht mehr zu verkaufen. Mittel mit dem ebenfalls für Bienen schädlichen Neonicotinoid Acetamiprid hat bislang nur Hornbach aussortiert.                                                                                                                

Als bienengefährdend stuft das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) etwa zehn Prozent aller Pflanzenschutzmittel ein. Diese Produkte sind in der Gebrauchsanweisung entsprechend mit B1 gekennzeichnet. B1-Wirkstoffe sind in Baumärkten nicht mehr erhältlich. Aber auch Stoffe, die als für Bienen ungefährlich in der Kategorie B3 eingestuft werden, können die Insekten durch falsche Anwendung gefährden. Globus ist der einzige Markt, der keine B3-Stoffe mehr anbietet.

Auch bei der Produktion von Zierpflanzen haben alle Bau- und Gartenmärkte ihre Lieferanten angewiesen, auf sieben bienengefährdende Wirkstoffe in der Produktion zu verzichten. Als letztes Unternehmen hat sich auch Hellweg dazu verpflichtet. Gute Nachrichten also für die Bienen.

>>> Die WHO stufte Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Die EU wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob es weiterhin verkauft werden darf. Fordern Sie Agrarminister Christian Schmidt auf, gegen das Gift zu stimmen!

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