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Tote Bienen liegen auf einer Hand
© Fred Dott / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Am 1. Dezember 2013 trat in Deutschland das von der EU geforderte Verbot für vier Pestizide in Kraft, darunter Fipronil. Die Pestizide sollen für zwei Jahre nur noch sehr eingeschränkt zugelassen sein. Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte zuvor fest: Es bestehen inakzeptable Risiken für Bienen und andere bestäubende Insekten. Der Chemiekonzern BASF hat nun dennoch – wie auch im letzten Jahr – zusammen mit Kartoffelerzeugern aus Deutschland und Österreich eine Sonderzulassung für das bienengefährdende Pestizid Fipronil beantragt.

Bienensterben in der Schweiz

Dabei zeigt die Praxis bereits, wie gefährlich das Pestizid für Insekten ist: Ende April sind im Kanton Bern in der Schweiz 172 Bienenvölker gestorben. Schnell war klar, dass eine Pestizidvergiftung Schuld daran war - in den toten Bienen wurden Rückstände von Fipronil nachgewiesen.

Das Mittel ist aufgrund seiner Giftigkeit in der Schweiz komplett verboten. Allerdings waren mehrere Chargen eines Fungizides für Obstplantagen in so hohem Maße mit Fipronil verschmutzt, dass es an insgesamt 23 Standorten zu einem massiven Bienensterben kam. „BASF sind diese Fakten bekannt“, sagt Christiane Huxdorff, Expertin für Landwirtschaft bei Greenpeace. „Es ist unglaublich, dass der Konzern weiter an dem Mittel festhält, obwohl es so gefährlich für Bienen ist. Dabei sind diese so wertvoll für unsere Landwirtschaft.“

Zudem braucht eine durchdachte Landwirtschaft diese Chemiekeule nicht: Die Drahtwürmer, die sie vernichten soll, können auch mit einer angepassten Bodenbearbeitung und einer Fruchtfolge mit ausgewählten Vorfrüchten bekämpft werden.

Totalverbot  für Bienen gefährdende Pestizide

Die Pestizid-Gruppe der Neonicotinoide gefährdet nicht nur Bestäuber, sondern auch Wasserorganismen, Regenwürmer – und sogar Vögel, wie eine kürzlich erschienene Studie der  „Task Force on Systemic Pesticides“, einer internationale Gruppe von Wissenschaftlern, belegt. „Erschreckend ist, dass die Toxizität dieser Pestizide für die meisten Arten gar nicht bekannt ist“, sagt Huxdorff. „Wir wissen zu wenig über diese Pestizide, doch das was wir wissen, ist erschütternd.

Greenpeace setzt sich deshalb für eine Umverteilung staatlicher Förderungen ein: Weg von chemieintensiver industrieller Landwirtschaft hin zu ökologischen Methoden. „Bundesminister Christian Schmidt muss sich für ein Totalverbot aller für Bienen gefährlichen Pestizide in Deutschland und auf europäischer Ebene einsetzen. Deutschland muss Vorreiter im Bienenschutz werden“, so Huxdorff.

Hierfür brauche es einen Fahrplan zur flächendeckenden Einführung einer sinnvollen Fruchtfolge, die sich vor allem im Maisanbau als bestes Mittel gegen Schädlinge bewährt hat. 

„Deutsche Bio-Betriebe zeigen ganz klar, dass gesunde Lebensmittel ohne giftige Chemikalien auskommen. Eine Fruchtfolge und angemessene Sortenwahl sowie der Einsatz von nicht-chemischen Alternativen zur Schädlingsbekämpfung sind der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.“

Fordern auch Sie Agrarminister Christian Schmidt auf, sich für den Schutz der Bienen einzusetzen: www.greenpeace.de/kampagnen/bienen

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