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Greenpeace Aktivisten versehen Pflanzen aus Baumärkten mit Etiketten: Achtung bienengefährdende Pestizide! Mai 2014
© Oliver Soulas / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In 38 Städten stellen die Greenpeace-Aktivisten in Baumärkten wie Bauhaus, Obi oder Toom Riesenblumen Blumen aus Pappe auf und versehen Pflanzen der Märkte mit Etiketten, auf denen steht: „Achtung: Pestizide gefährden Bienen!“. Sie laden außerdem Passanten ein, eine Protestkarte direkt in den Märkten abzugeben.

Grund des Protests ist die im April veröffentlichte Studie „Giftiger Garten Eden“, für die Pflanzen aus Baumärkten und Gartencentern auf Pestizide geprüft wurden. In 79 Prozent der Proben wurden Rückstände von Agrargiften gefunden, die Bienen krank machen können.

„Der Fund dieser Giftcocktails belegt, dass bei der Aufzucht der Zierpflanzen massiv Pestizide eingesetzt werden. Pflanzen haben aber keine Beipackzettel. Verbraucher servieren Bienen daher in ihren Gärten mit attraktiven Blüten unbeabsichtigt auch gefährliche Chemikalien“, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

Gefährliche Pestizide im Baumarktregal

Zu allem Überfluss bieten Baumärkte Pestizide zum Einsatz in Haus- und Kleingärten an: chemische Unkrautvernichter und Gifte gegen Insekten und Pilzkrankheiten. Greenpeace hat die größten Bau- und Gartenmärkte Obi, Bauhaus, Toom, Hornbach und Hagebau gefragt, ob sie bienengefährliche Pestizide aus dem Sortiment nehmen und von ihren Pflanzenlieferanten einen Verzicht auf den Einsatz dieser Gifte verlangt.

Das Ergebnis:  Bauhaus, Obi, Toom und Hornbach, haben die für Bienen gefährlichsten Stoffe aus ihren Regalen genommen. Hagebau zieht Ende des Jahres nach. Alle weigern sich jedoch, auf ihre Pflanzenlieferanten einzuwirken.

„Die Unternehmen haben bewiesen, dass sie zum Schutz der Bienen beitragen können und wollen. Doch sie müssen auch ihre Pflanzenlieferanten dazu bringen, nicht länger bienengefährdende Pestizide zu verwenden“, fordert Christiane Huxdorff.

Pestizidverbot der EU bei Weitem nicht ausreichend

„Wir brauchen ein sofortiges Verbot aller bienengefährdenden Pestizide“, betont Christiane Huxdorff. Im Report „Bye Bye Biene“ wurden bereits im Vorjahr sieben für Bienen besonders gefährliche Pestizide identifiziert. Diese müssen umgehend aus der landwirtschaftlichen Praxis verbannt werden, um das Bienensterben aufzuhalten.

Vier der Wirkstoffe (Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer, Thiamethoxam von Syngenta sowie Fipronil von BASF) belegte die EU im Dezember 2013 mit Anwendungseinschränkungen. Analysen von Bienenpollen und jetzt der Zierpflanzen zeigen jedoch, dass diese Pestizide immer noch in die Umwelt gelangen und somit Bestäuber gefährden.

Der hohe Pestizidverbrauch in der industriellen Landwirtschaft ist entscheidend am Bienensterben beteiligt. Die Gifte stören den Orientierungssinn und das Gedächtnis der Nützlinge. Die Landwirtschaft ist auf Bienen, Hummeln und Schwebfliegen dringend angewiesen, denn etwa dreißig Prozent der Nahrungsmittelproduktion hängen von ihrer Bestäubung ab. 

Baumärkte auf einen Blick

Obi

Obi hat bienengefährdende Pestizide der Einstufung B1 seit Juni 2013 ausgelistetB3-Insektizide wurden im Herbst 2013 bis auf ein Produkt für Zimmerpflanzen aus den Regalen genommen. Pestizide mit den Neonicotinoiden Acetamiprid und Thiacloprid mit der Einstufung B4 sowie glyphosathaltige Unkrautvernichter bleiben im ProgrammBei Zierpflanzen können Lieferanten weiterhin bienengefährdende Pestizide anwendenBauhausBauhaus verzichtet auf alle B1 PestizideMittel mit den Wirkstoffen Acetamiprid und Thiacloprid (Neonicotinoide) sowie B3-Insektizide verbleiben in den Regalen. Es sollen aber keine Konzentrate mehr verkauft werden, sondern nur noch anwendungsfertige Produkte, ebenso bei dem Herbizid Glyphosat80 Prozent der Pflanzenlieferanten sind nach GlobalGap* oder MPS* zertifiziert, bis Ende 2015 sollen 100 Prozent erreicht sein (bienengefährdende Pestizide sind nicht ausgeschlossen)Rewe /ToomDie Rewe Group (z.B. Toom) keine B1 Mittel sowie keine Pestizide mit dem Wirkstoff Thiacloprid (Neonicotinoid)Gegen Mittel mit dem Neonicotinoid Acetamiprid und dem umstrittenen Herbizid Glyphosat (Roundup) ergreift Rewe keine MaßnahmenPflanzenlieferanten sind großteils nach GlobalGap oder MPS zertifiziert (bienengefährdende Pestizide sind nicht ausgeschlossen)HornbachHornbach hat seit 1.12.2013 alle B1 Pestizide ausgelistetBei allen weiteren Pestiziden sind keine konkreten Maßnahmen in Planung. Der Verkauf wird nach Aussage der Baumarktkette geprüftFür Lieferanten von Garten- und Balkonpflanzen soll ein Kriterienkatalog entwickelt werdenHagebauHagebau will ab 1. Januar 2015 alle als B1 eingestuften Mittel aus dem Sortiment nehmenzu weiteren Pestiziden, zum Beispiel mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonicotinoide oder dem Herbizid Glyphosat äußert sich die  Baumarktkette nichtbeim Pestizideinsatz im Zierpflanzenanbau sieht Hagebau offensichtlich keinen Handlungsbedarf

Bienengefährdungsstufen:B1 bienengefährlichB2 bienengefährlich, außer bei der Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges in dem zu behandelnden Bestand bis 23.00 UhrB3 aufgrund der durch die Zulassung festgelegten Anwendung des Mittels werden Bienen nicht gefährdetB4 nicht bienengefährlich

*GlobalGap = weltweite Standard für Gute Agrarpraxis (www.globalgap.org)*MPS = More Profitable Sustainability, für mehr Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung im Gartenbau (www.my-mps.com)

  • Greenpeace Aktivisten versehen Pflanzen aus Baumärkten mit Etiketten: Achtung bienengefährdende Pestizide! Mai 2014

    Protest im Baumarkt

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  • Greenpeace Aktivisten versehen Pflanzen aus Baumärkten mit Etiketten: Achtung bienengefährdende Pestizide! Mai 2014

    Protest gegen Pestizide

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Giftiger Garten Eden (Zusammenfassung)

Giftiger Garten Eden (Zusammenfassung)

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