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Umschlagplatz für Holz aus Raubbau in Afrika

Fritz Offermann: Urwaldzerstörer aus Tradition

Die Firma Fritz Offermann in Preußisch-Oldendorf (Nordrhein-Westfalen)betreibt eines der größten Sägewerke für afrikanische Hölzer in Deutschland. Der Großteil des verarbeiteten Holzes stammt aus der Zerstörung der letzten Urwälder in Afrika.
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Zudem konnte Greenpeace unter seinen Lieferanten auch Firmen nachweisen, die in illegale Waffenschiebereien in Liberia verwickelt sind. Finanziert werden die Waffen mit Einnahmen aus dem Holzexport. Der UN-Sicherheitsrat hat deshalb am 6. Mai 2003 ein Holzhandelsembargo gegen Liberia verhängt.

Fritz Offermann Sägwerk und Holzimport besteht seit 1961 und hat sich bis heute zu einem international operierenden Unternehmen, mit Sägewerken in Deutschland, Ghana und Kanada entwickelt. Geschäftsführer ist heute Jürgen Offermann, der Sohn des Firmengründers.

In Deutschland kann die Firma Fritz Offermann heute bis zu 25.000 Kubikmeter tropisches Stammholz jährlich in ihrem Sägewerk in Preußisch-Oldendorf (Nordrhein-Westfalen) am Mittellandkanal verarbeiten. Das entspricht ungefähr einem Fünftel der insgesamt nach Deutschland eingeführten tropischen Rundhölzer. Offermann betreibt damit eines der größten Sägewerke in Deutschland für diese Hölzer.

Produkte aus afrikanischen Urwaldhölzern

Von seinem Sägewerk am Mittellandkanal beliefert Fritz Offermann mit eigenen LKWs Kunden in ganz Deutschland. Dabei bietet er die meistgehandelten afrikanischen Arten wie Sapelli, Khaya-Mahagoni, Ayous und Bongossi an.

Die Abnehmer für diese afrikanischen Tropenhölzer sind in Deutschland vor allem die Türenindustrie, gefolgt von Parkett- und Möbelproduzenten. Aber auch für den Bau von Brücken, im Küstenschutz und in Pferdeställen werden große Mengen afrikanischer Hölzer eingesetzt, hier meist das extrem harte Bongossi.

Skrupellose Holzwirtschaft in Afrika

Die noch verbliebenen Urwälder Zentral- und Westafrikas sind die letzen Rückzugsgebiete für extrem bedrohte Tierarten wie Tiefland-Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten.

Doch auch diese Urwälder sind akut bedroht, vor allem durch den kommerziellen Holzeinschlag großer internationaler Konzerne. Mittlerweile hat Afrika schon mehr als zwei Drittel seiner ursprünglichen Wälder verloren. Experten schätzen, dass nur noch weniger als ein Zehntel der verbliebenen Wälder groß genug sind, um langfristig das Überleben der dort vorkommenden Arten sichern zu können.

Aber die dort tätigen, oft europäischen Firmen stürzen sich auch auf diese letzten noch verblieben Refugien der afrikanischen Tier- und Pflanzenwelt.

Ein Muss: ökologische Waldwirtschaft

Um den Erhalt der Arten langfristig zu sichern und den Holzbedarf trotzdem decken zu können, muss die Holzindustrie die Wälder auch in Afrika endlich ökologisch und sozial nachhaltig nutzen.

Dass ökologische Waldwirtschaft in den Tropen machbar ist, zeigen Betriebe im Amazonasgebiet und in Südostasien, die mit dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert wurden. Der FSC ist eine internationale Dachorganisation, die Prinzipien und Kriterien für eine ökologisch, sozial und ökonomisch verträgliche Waldwirtschaft entwickelt hat.

Bürgerkriege und Offermann

Wenn Urwälder zerstört werden, verlieren auch Millionen von Ureinwohnern die Möglichkeit, ihre traditionelle Lebensweise fortzusetzen. In einigen Ländern werden darüber hinaus sogar regionale gewalttätige Konflikte durch den Handel mit Holz finanziert. So zum Beispiel in Liberia, einem der Herkunftsländer des bei Offermann verarbeiteten Holzes.

Laut UN-Berichten organisiert hier der niederländische Holzhändler Gus van Kouwenhouven den Waffenhandel für den liberianischen Präsidenten Charles Taylor und stellt dafür auch die Holztransporter seiner Firma Oriental Timber Company (OTC) zur Verfügung. Offermann bezieht bislang viel Holz von OTC und von van Kouwenhouvens zweiter Firma Royal Timber Corporation (RTC).

Damit trägt die Firma Offermann nicht nur eine Mitverantwortung für die Zerstörung der Urwälder in Afrika. Sie unterstützt auch indirekt die Bürgerkriege in Liberia und den Nachbarländern.

UN stoppt Offermanns Geschäfte

Am 6. Mai 2003 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen endlich beschlossen, den Geldhahn für Waffenschiebereien in Liberia abzudrehen und hat ein Handelsembargo für Holz verhängt. Ab dem 7. Juli 2003 dürfen die UN-Mitgliedsstaaten kein liberianisches Holz mehr importieren.

Offermann sollte dies als Signal nehmen, um endlich umzusteigen - auf Holz aus FSC-Produktion.

Europa zu zögerlich

Die EU-Kommission hat am 21. Mai 2003 einen Aktionsplan vorgeschlagen, mit dem sie dem illegalen Holzeinschlag und dem Handel mit Holz aus Konfliktregionen wie Liberia begegnen will. Dieser ist jedoch völlig unverbindlich. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) muss sich jetzt dafür einsetzen, den Aktionsplan drastisch zu verschärfen. Nötig ist ein Importgesetz auch für Deutschland: Firmen, die illegal eingeschlagenes Holz oder Holz aus Urwaldzerstörung einführen und damit handeln, müssen mit Strafen belegt werden können. Zudem muss der Verbraucher erkennen können, ob er Holz aus Urwaldzerstörung oder nachhaltiger Waldnutzung kauft.

Greenpeace fordert:

  • Sofortiger Verzicht auf Import von und Handel mit Holz von Firmen

    oder Personen, die mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen.

  • Deutsche Holzimporteure und -händler dürfen nicht mit Holz

    handeln, für das Urwälder zerstört wurden, sondern sollen auf FSC-Holz

    umsteigen.

Das können Sie tun:

  • Verzichten Sie auf Produkte aus Urwaldzerstörung. Wählen Sie Holzprodukte, die das Siegel des FSC tragen.
  • Fordern Sie die Bundesregierung auf, Maßnahmen gegen illegalen

    Holzeinschlag und Urwaldzerstörung zu ergreifen, den Import und Handel

    mit Holz aus diesen Quellen zu unterbinden und auch ihre eigene

    Einkaufspolitik ökologisch auszurichten.

  • Fordern Sie Firmen auf, sofort alle illegalen Aktivitäten

    einzustellen, kein Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerstörung zu

    kaufen und auf FSC-Produkte umzusteigen.

  • Gehen auch Sie sparsam mit Papier um und verwenden Sie Recyclingpapier.

V.i.S.d.P. Sandra Pfotenhauer, Stand 6/2003

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