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Neues Glied in der Kette

Mit Menschenketten setzen Umweltschützer deutschlandweit ein Zeichen gegen Braunkohle. Und rufen für die große internationale Menschenkette in der Lausitz am 23. August auf.

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Der Lausitzer Platz in Berlin wird am heutigen Freitag mit der Warschauer Straße verbunden – mit einer Menschenkette und einem Demonstrationszug. Umweltschützer von Greenpeace, BUND, den Naturfreunden Deutschlands, Campact, Anti-Atom Berlin, dem Berliner Energietisch und anderen Organisationen protestieren damit gegen die Energiepolitik der Bundesregierung.

„Kanzlerin Merkel sieht weiter tatenlos zu, wie deutsche Kohlekraftwerke klimaschädliches CO2 ausstoßen und in der Lausitz sogar zusätzliche Braunkohletagebaue beschlossen werden“, sagt Susanne Neubronner, Energieexpertin von Greenpeace. „Ganze Landstriche werden zerstört, um den Klimakiller Braunkohle aus der Erde zu holen. Viele Menschen werden dafür zwangsumgesiedelt. Wir sehen dabei nicht tatenlos zu. Wir fordern einen Ausstieg aus der Kohle. Neue Tagebaue dürfen nicht genehmigt werden.“

Bundesweiter Protest

Die Förderung und Nutzung der umweltschädlichen Braunkohle ist ein bundesweites Problem. Aus diesem Grund finden am morgigen Samstag in sechs weiteren Städten ähnliche Protestaktionen statt. In Köln und Bonn setzen sich Menschen gegen die klimaschädlichen Kraftwerke des Konzerns RWE ein. In Sachsen, wo im Frühjahr erst ein weiterer Tagebau der Landesregierung beschlossen wurde, protestieren Braunkohlegegner in Leipzig und Dresden. Darüber hinaus gibt es Proteste in Bayern, Thüringen und Niedersachsen.

Menschenkette von Polen nach Deutschland

Die Aktionen am Wochenende bilden ein weiteres Glied in einer langen Kette von Protesten. Denn in der Lausitz spielt sich eines der größten Umweltverbrechen Europas ab. Der schwedische Konzern Vattenfall und die Regierungen von Sachsen und Brandenburg planen einen Ausbau der Braunkohletagebaue. Auch im angrenzenden polnischen Kohlerevier sollen weitere Tagebaue entstehen.

Das hätte verheerende  Folgen: Tausende Menschen würden dafür aus ihren Dörfern vertrieben werden, ganze Landstriche würden zerstört und die Einhaltung deutscher Klimaschutzziele würde in weite Ferne rücken. Am 23. August werden deshalb die beiden Dörfer Kerkwitz (Deutschland) und Grabice (Polen) symbolisch mit einer internationalen Menschenkette verbunden. Ein kraftvolles Signal an die Politik für eine Zukunft ohne den Klimakiller Kohle.

Termine für heute und Samstag, den 9. August 2014:

Berlin

Wo: Treffpunkt Lausitzer Platz bis Warschauerstr.

Wann: 8. August, 16Uhr

Bonn

Wo: Bottlerplatz

Wann: 9. August, 12Uhr

Jena

Wo: Paradies-Park Jena, mit Bannergestaltung

Wann: 9, August, 16Uhr

Köln

Wo: Fußgängerzone Breite Straße bzw. Hämergasse ab 12Uhr / Schildergasse bzw. Gürzenichstr. ab 13.15Uhr / vor dem Dom bzw. auf der Domplatte ab 14Uhr

Wann: 9. August

Leipzig

Wo: Marktplatz

Wann: 9. August, 13Uhr

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