Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Zusammenbruch der Fischbestände droht

Am Montag hat ein zweitägiges internationales Meeresumwelt-Symposium vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg begonnen. Die Experten aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung warnen vor dem Zusammenbruch der Fischbestände in Nord- und Ostsee.

Die Anzahl der fortpflanzungsfähigen Kabeljaue und Dorsche habe sich um 90 Prozent verringert. Die Fische werden mittlerweile so jung gefangen, dass sie sich kaum vermehren können. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Gerald Thalheim, fordert geringere Fangmengen, bessere Fangtechniken und Schutzgebiete.

Meeresexperte Thilo Maack von Greenpeace hält die Forderungen für richtig, befürchtet aber, dass die Empfehlungen auf EU-Ebene auf die Lange Bank geschoben werden. Der kritische Zustand der Nordseefischbestände ist seit Jahren bekannt, so Maack. Was fehlt sind die passenden Sofort-Maßnahmen, wie zum Beispiel die Einstellung der Kabeljaufischerei in der Nordsee und weiten Teilen der Ostsee.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Kurzinfo: Überfischung

Lange Zeit galten die Fischbestände in den unendlichen Weiten der Meere als unerschöpfliche Reichtümer. Doch seit industrielle, hochmodern ausgestattete Fangflotten die Ozeane plündern, schrumpfen die Bestände dramatisch.

Fishy Business

Fisch aus illegaler Fischerei überschwemmt die internationalen Märkte. Das Umladen von Fang- auf Kühlschiffe fernab der Häfen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Mehr zum Thema

Butter bei die Fische

Fischer reagierten teils empört auf die von Greenpeace-Aktiven versenkten Steine in der Ostsee. Im Interview erzählt Thilo Maack, warum die Aktion auch der Fischerei nutzt.

Schutz für Fehmarnbelt

Fischereiministerin Klöckner verzögert den Meeresschutz in Nord- und Ostsee. Greenpeace-Aktive versenken daher weitere Steine im Schutzgebiet Fehmarnbelt.

Steiniger Weg zum Ziel

Fotostrecke: Greenpeace-Aktive versenken weitere Steine in der Ostsee vor Rügen. So wollen sie das Schutzgebiet Adlergrund vor zerstörender Grundschleppnetzfischerei bewahren.