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Tote Meerestiere klagen an

Auf mehrere tausend tote Meeresbewohner stießen am Dienstag die Passanten auf dem Münchener Marienplatz. Die Tiere lagen ausgebreitet auf Tischen. Greenpeace-Aktivisten protestierten damit gegen die Fischereipolitik der europäischen Union. Sie forderten die Einrichtung von Schutzgebieten in Nord- und Ostsee.

Die rund 11.000 toten Meerestiere sind von einem Fang, den ein belgischer Trawler in nur zwei Stunden aus der Nordsee gefischt hat. Die in München präsentierten Tiere sind der Teil, der für den Fischer Abfall darstellt. Der Kapitän des Trawlers überließ den so genannten Beifang der Besatzung des Greenpeace-Schiffes Esperanza, das zurzeit in der Nordsee unterwegs ist.

Die Besatzung hat diesen Abfall untersucht: Rochen, Baby-Schollen, kleine Wittlinge, Seeigel, Muscheln und Krebse, die sich nicht verkaufen lassen. Normalerweise wird dieser Beifang, der über die Hälfte eines Fangs ausmachen kann, tot oder schwer verletzt zurück in das Meer geworfen.

Neben einem Teller mit Seezunge müssten neun Teller mit Beifang stehen, um das Ausmaß der Verschwendung zu zeigen, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. Diese sinnlose Vernichtung der Fischbestände muss beendet werden. Jährlich sterben allein in der Nordsee über 700.000 Tonnen Meerestiere als Beifang.

Bei der Grundschleppnetzfischerei kann der Beifang sogar über 90 Prozent des Fangs ausmachen. Diese Art des Fischfangs ist besonders schädlich: Eisenketten vor den Öffnungen der Netze schleifen über den Meeresboden. Sie scheuchen die Meerestiere auf, die sich dann in dem Netz verfangen. Jeder Quadratmeter Nordseeboden wird so mehrmals im Jahr durchgepflügt.

40 Prozent der Nord- und Ostsee sollen Schutzgebiete werden

Gegenwärtig kämpft Greenpeace für die Einrichtung von Schutzgebieten in der Nord- und Ostsee. Insgesamt sollen 40 Prozent der beiden Meere unter Schutz gestellt werden. Diese Forderung wird von fünf weiteren europäischen Greenpeace-Büros unterstützt.

Nur große Schutzgebiete, in denen die Fischerei ausgeschlossen ist, bietet den Lebensräumen und ihren Bewohnern die Chance zur Erholung, erklärt Maack. In den Schutzzonen sollen neben der Fischerei zusätzlich Öl- und Gasförderung sowie Sand- und Kiesabbau verboten werden.(kab)

Weitere aufschlussreiche Informationen finden Sie auf unserer Schutzgebieteseite.

Wenn Sie mehr über die Arbeit der Schiffsbesatzung der "Esperanza" erfahren wollen, dann lesen Sie unser Weblog

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