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Tiefsee in Not

Die Grundschleppnetzfischerei auf hoher See zerstört unwiederbringlich einzigartige Ökosysteme an den ozeanischen
Tiefseebergen, den Seamounts. Greenpeace fordert von der UN-Generalversammlung das vorläufige Ende der zerstörerischen Tiefseefischerei.

Unterwassergebirge sind kaum erforschte Gebiete der Erde. Wir wissen nur sehr wenig darüber. In ihnen leben viele seltene maritime Arten, beispielsweise Granatbarsche, Kaltwasser-Korallen und Tiefseekalmare. Die Verwüstungen, die die Trawler mit ihren Schleppnetzen an den Seamounts anrichten, sind vergleichbar mit dem Kahlschlag in den Regenwäldern, sagt Thomas Henningsen, Meeresexperte von Greenpeace.

Hier werden die letzten Schatzkammern der Meere vernichtet. Binnen Minuten zerstören die Fischer die gerade erst entdeckten Tiefsee-Korallen, die in Jahrtausenden völlig ungestört herangewachsen sind, erklärt Henningsen weiter. Jeder Tag, der mit endlosen Diskussionen über Maßnahmen vergeht, bedeutet den Verlust eines weiteren einzigartigen Lebensraumes.

Fischer aus Dänemark (Färöer-Inseln), Island, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Spanien und Portugal sind für den Großteil der

Grundschleppnetzfischerei im Nordwestatlantik verantwortlich. Auf der Jagd nach Fisch durchpflügen die Fangflotten den Meeresboden mit Schleppnetzen, die durch moderne Technik bis zu 1500 Meter tief über den Grund gezogen werden. Der Schaden, den sie an den einzigartigen Lebensformen der Tiefsee anrichten, ist unabsehbar.

Lesen Sie auch unser Weblog der Rainbow Warrior Tiefsee-Tour 2004 in Australien (Englisch).

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