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Grafik:Fischerei mit Stellnetzen und Grundstellnetzen
© Greenpeace

Stellnetzfischerei

Bei Stellnetzen unterscheidet man Grundstellnetze und pelagische Stellnetze. Beide sind bis zu 15 Meter hoch und bis zu 15 Kilometer lang. Das Grundstellnetz ist mit Gewichten fest im Boden verankert, während das pelagische Netz frei im Wasser hängt. An der oberen Netzkante sind sie mit Bojen versehen. Die Netzenden werden mit Ankern gesichert.

Zusammen mit den Zielarten wie Kabeljau oder Plattfischen wie Seezunge und Scholle gehen den hauptsächlich dänischen Stellnetzfischern auch Schweinswale mit in die Netze. Die Tiere können die hauchdünnen Maschen nicht orten, geraten auf ihren Beutezügen in die Netze und ertrinken dann jämmerlich.

Wenn die Fischer ihren Fang an Bord holen, schneiden sie die toten Wale aus ihren Netzen heraus und kippen die Kadaver über Bord. Tagelang driften sie dann durch die Wellen und sinken schließlich auf den Meeresboden, wo sie verrotten. Einige Tiere werden durch die Strömung an die Nord- und Ostseestrände getrieben; viele tragen furchtbare Verletzungen, die sie sich im Todeskampf an den feinen Plastikmaschen zugezogen haben.

Bereits seit 2007 sind akustische Scheuchvorrichtungen, sogenannte Pinger, vorgeschrieben, die die Kleinwale von den Netzen fern halten sollen. Allerdings gilt dies nur für Stellnetzfischerboote von über 12 Metern Länge. In Küstennähe wird diese Art der Fischerei jedoch in der Hauptsache von Kapitänen durchgeführt, deren Boote 12 Meter nicht erreichen.

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