Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Sonne, Strand und illegaler Fisch: Umschlagplatz Las Palmas

Greenpeace hat dem spanischen Fischereiministerium in Madrid am Montagmorgen Beweise für die illegale Herkunft des Fangs an Bord der Binar 4 vorgelegt. Das Schiff befindet sich auf dem Weg nach Gran Canaria. Nach EU-Recht müssten die spanischen Behörden dem Kühlschiff nun die Einfahrt in den Hafen verweigern. In zwei bis drei Tagen wird die Binar 4 in Las Palmas erwartet.

  • /

Greenpeace erwischte die Binar 4 vor vier Tagen dabei, wie Fisch von anderen Schiffen auf offener See umgeladen wurde. Da der Fang aus den Gewässern vor Guinea stammt, hätte er nur im Hafen von Conakry umgeladen werden dürfen. So schreibt es zumindest das Gesetz in dem afrikanischen Land vor. Doch jetzt ist die Binar 4 auf dem Weg nach Las Palmas, einem Hafen, der berühmt-berüchtigt ist für seinen lockeren Umgang mit illegal gefangenem Fisch.

Das ist die Chance für Spanien, zu zeigen, wie ernst die Regierung es meint, der Piratenfischerei ein Ende zu setzen, sagt Sebastian Losada von Greenpeace Spanien, nachdem er die Dokumente bei den Behörden abgeliefert hat. Wenn sie nicht handelt, macht sie sich zum Partner der illegalen Aktivitäten.

SOS Weltmeer-Tour

Die Esperanza ist seit Anfang des Jahres auf einer einjährigen Expedition rund um die Welt. Greenpeace will auf der Tour die Probleme des Meeres symbolisch aufzeigen. Während der Zeit vor Westafrika beobachteten die Besatzungsmitglieder 104 Fischereischiffe - aus Korea, China, Italien, Liberia und Belize - von denen schätzungsweise die Hälfte in illegalen Fischfang involviert war.

In den vergangenen Wochen haben wir begonnen, das Netz aus Verschleierung rund um die Piratenfischerei zu entwirren, sagt Sarah Duthie an Bord der Esperanza. Die legal und illegal operierenden Schiffe arbeiten zusammen. Das macht es schwierig zu durchschauen. Aber letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass sie Afrika das Essen stehlen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.

Schatzkammer Tiefsee

Der Hunger der Hightech-Industrie treibt den Wettlauf um die Rohstoffe auf dem Meeresboden voran. So wird der Tiefseebergbau zu einer massiven Bedrohung für unsere Ozeane.