Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Rettungsring Kabeljau-Farm?

Die norwegische Fischerei-Industrie glaubt eine Lösung für das Kabeljau-Problem gefunden zu haben: Sie will den beliebten Speisefisch in Zukunft züchten. Bei der Küstenstadt Stavanger unterhält ein Unternehmen das erste Becken mit selbst aufgezogenem Kabeljau. Die Firma hofft, in den nächsten zehn Jahren 400.000 Tonnen des stark bedrohten Fischs zu produzieren. Gegenwärtig ist die Kabeljau-Fangquote des skandinavischen Landes nur halb so hoch.

Der Kabeljau-Bestand in der Nordsee ist auf Grund der jahrelangen Überfischung zusammengebrochen. Ende Oktober hatte der Internationale Rat zur Erforschung der Meere (ICES) der EU empfohlen, den Fang komplett einzustellen. Norwegische Umweltschutzorganisationen sehen das Kabeljau-Problem durch die Zucht nicht gelöst. Sie fordern, den Empfehlungen des ICES nachzukommen und die Fangquoten zu reduzieren.

Die Umweltschützer fürchten, dass sich die Zahl der Kabeljau-Farmen zu schnell vermehren wird. Bislang ist noch unklar, wie sich die fabrikmäßige Zucht auf die Umwelt auswirkt. Norwegen ist bereits der größte Lachszüchter der Welt. Bei Lachs-Farmen kommt es immer wieder vor, dass Nähr- und Schadstoffe ausströmen und Fische entkommen. Parasiten und Krankheiten werden so auf wildlebende Fische übertragen. (abu)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Ins Gewissen geredet

Sie müssen nicht, aber sie wollen: Internationale Krillfangunternehmen lassen künftig empfindliche Gebiete der Antarktis in Ruhe. Ein wichtiger Schritt Richtung Schutzgebiet.

Wo geht’s zum Weddellmeer?

Am Südpol soll das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Greenpeace-Aktivisten zeigen heute in ganz Deutschland den Weg in die Antarktis – und warum sie Schutz benötigt.