Öl- und Gasindustrie befeuert Klimaerhitzung

Methan-Leck in der Nordsee

Die beiden Greenpeace-Schiffe Esperanza und Rainbow Warrior dokumentieren in der Nordsee die Zerstörung des Meeres und die Belastung des Klimas durch die Öl- und Gasindustrie. 

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Die beiden Greenpeace-Schiffe Esperanza und Rainbow Warrior sind in der Nordsee unterwegs, um die Zerstörung des Meeres und die Belastung des Klimas durch die Öl- und Gasindustrie zu dokumentieren. Nun ist die Esperanza bei einem Methan-Leck angekommen, das vor 30 Jahren von der fossilen Brennstoffindustrie verursacht wurde – und bis heute sprudelt das zerstörerische Gas aus dem Meeresboden. Das Leck liegt im britischen Sektor der Nordsee. Verursacht durch einen unkontrollierten Gasausbruch während einer Bohrung von Mobil North Sea (heute Exxon Mobil) vor 30 Jahren, emittiert das Leck noch immer große Mengen des hochwirksamen Treibhausgases, das 28 Mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid.

„Die Bohrplattform ist längst verschwunden, doch hier sprudelt seit Jahrzehnten massiv klimaschädigendes Methan aus dem Meeresboden. Niemand will die Verantwortung übernehmen, das ist ein Skandal“, sagt Dr. Sandra Schöttner, die als Greenpeace-Meeresbiologin die Forschungen an Bord der Esperanza leitet. „Wir befinden uns in der Klimakrise, doch die Öl- und Gasindustrie bohrt ständig weitere Löcher in den Meeresboden und die Politik schaut weg – das muss endlich aufhören!“

Ein ferngesteuerter Unterwasserroboter filmte zwei der gasausströmenden Krater (Durchmesser: 50 bzw. 15 Meter) am Meeresboden in etwa 100 Metern Wassertiefe (Positionen: 57°55.30'N, 001°37.87'E und 57°54.81'N, 001°38.72'E).

Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schätzten 2015, dass an dieser Stelle bis zu 90 Liter Methan pro Sekunde austreten.

Kleinere Methanlecks sind häufig

Unabhängig von solch schweren Unfällen, den sogenannten Blowouts, kommen kleinere Methanlecks durch Bohrungen nach Öl und Gas häufig vor. Beim Bohren nach Öl und Gas werden sogenannte Gastaschen im umliegenden Gestein beschädigt, es entstehen Risse und Löcher, aus denen das Methan an die Oberfläche entweicht. An den rund 15.000 Bohrlöchern in der Nordsee treten jährlich zwischen 8.000 und 30.000 Tonnen Methan aus, so aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen. Zusätzlich gelangen bereits durch den Normalbetrieb der Plattformen in der Nordsee pro Jahr 72.000 Tonnen Methan in die Atmosphäre, wie ein aktueller Greenpeace-Bericht zeigt. Außerdem belasten die Plattformen mit 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid, 110.000 Tonnen Stickoxiden, 78.000 Tonnen flüchtigen organischen Substanzen sowie 3.771 Tonnen Schwefeldioxid unser Klima.

Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer fordern einen schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf europäischer Ebene und effektiven, nachhaltigen Schutz für Klima und Meere. „Die Öl- und Gasindustrie schädigt seit Jahrzehnten massiv unser Klima und unsere Meere. Diese veraltete und verantwortungslose Industrie gehört nicht in die neue grüne Welt, die wir nach der Corona-Pandemie aufbauen müssen. Wir brauchen einen schnellen Wandel zu Erneuerbaren Energien, samt einer fairen Lösung für alle beteiligten Arbeitskräfte“, sagt Schöttner.

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