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Meerjungfrau gegen Treibnetzfischer

In der weltbekannten Fontana di Trevi in Rom hat sich am Donnerstagmorgen eine Meerjungfrau gegen die Treibnetzfischerei geräkelt. Ihre Botschaft: Piratenfischerei tötet das Meer. Insgesamt sechs Greenpeace-Aktivisten nutzten die Kulisse, um auf die derzeit im Mittelmeer laufenden Kampagene gegen illegale Treibnetzfischerei aufmerksam zu machen. Seit Mitte Juni geht die Rainbow Warrior immer wieder gegen illegale Trebnetzfischer vor.

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Die Treibnetzfischerei gehört zu den schädlichsten Fischereimethoden der Welt. Dabei wird mit kilometerlangen Netzen, die bis in eine Wassertiefe von 50 Metern reichen, gefischt. Die Netze fangen alles, was in diesem Bereich des Ozeans schwimmt. Dazu gehören die eigentlichen Zielfischarten Schwert- und Tunfisch, aber in weit größerer Zahl auch Haie, Schildkröten, Mondfische, Delfine bis hin zu Pottwalen.

Die Netze werden während der Sommermonate nachts ausgesetzt und treiben mit der Strömung durchs Meer. Da die großen Meeresjäger wie Tun- oder Schwertfische die Maschen der Netze in mondhellen Nächten erkennen können, findet die Treibnetzfischerei nur zu bestimmten Mondphasen statt. Durch an den Netzen angebrachte Sender finden die Fischer ihre Netze wieder.

Meerestiere, die sich in den Maschen der Todeswände verstricken, erleiden einen jämmerlichen Tod. In den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erkannten die Vereinten Nationen die Schädlichkeit der Treibnetze. 1992 wurden sie durch eine Resolution für die Hochseefischerei verboten.

Ganze sechs Jahre brauchte die Europäische Union, um das Treibnetzverbot zu akzeptieren und weitere vier Jahre, um es rechtsverbindlich zu machen. 2002 wurde das Gesetz endlich für EU-Gewässer umgesetzt. Trotzdem legen Piratenfischer Nacht für Nacht so viele Treibnetze aus, dass sie damit das gesamte Mittelmeer einmal umspannen könnten. Dadurch ist das Leben im Mittelmeer akut bedroht.

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