Mehr Fisch im Netz mit Segelbooten

Mit den modernen Großtrawlern und ihren riesigen Netzen müsste sich eigentlich mehr Fisch fangen lassen als noch im 19. Jahrhundert. Die Realität sieht anders aus: Sogar mit diesen technischen Mitteln fangen die Flotten weniger Fisch, als Fischer mit Segelbooten 1937 - denn die Meere sind überfischt.
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Eine aktuelle wissenschaftlichen Studie von Thurstan und Roberts (2010) zeigt die Folgen der Überfischung: Heute sind 17 Mal mehr Energie und Ressourcen nötig, um einen Fisch zu fangen, als noch im 19. Jahrhundert. Für Heilbutt ist der Aufwand sogar 500 Mal höher, für Schellfisch 100 Mal und für Scholle, Languste, Seehecht und Leng 20 Mal. 1937, also zu Zeiten der extremsten Überfischung, gingen einem Fischer in England immer noch 14 Mal mehr Fische ins Netz als heute.

Die Forscher haben für ihre Studie, die in Nature Communication erschien, historische Zahlen analysiert, die ab 1889 in England gesammelt wurden. Die Fischer fuhren damals noch mit Segelbooten hinaus und machten trotzdem einen größeren Fang, als die heutigen Flotten. Technologischer Fortschritt und der höhere Leistungsstärke sind eben nicht das einzige Kriterium.

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