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Beistand für den König der Meere

Sollte der Mittelmeer-Blauflossenthun doch noch vor der Ausrottung bewahrt werden? Das Umweltkomitee des Europäischen Parlaments sprach sich am Mittwoch dafür aus, den Handel mit der bedrohten Fischart stark einzuschränken. Auch Italien soll überraschend umgeschwenkt sein und sich für stärkeren Schutz ausgesprochen haben.

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Das Umweltkomitee hat der EU-Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten dringend nahegelegt, den Blauflossenthun in Anhang 1 des CITES-Abkommens aufzunehmen. Damit würde der Handel mit dem König der Meere zumindest im Mittelmeer drastisch eingeschränkt - ein längst überfälliger Schritt. Die nächste CITES-Konferenz findet vom 13. bis 25. März statt. Bis dahin wird die EU sich voraussichtlich auf eine Position festlegen.

Die große Überraschung aber sind Medienberichte über eine Kehrtwende Italiens. Sollten sie sich bewahrheiten, käme der Block der Sechs ins Wanken. Bislang boykottierten sechs Mittelmeerländer hartnäckig jeden Versuch, den Blauflossenthun als bedrohte Art zu listen.

Die EU-Kommission und die anderen Mittelmeerländer können sich nicht länger taub stellen, erklärt Greenpeace-Meeresexpertin Saskia Richartz. Nach Italiens Schwenk gibt es in der EU keinen nennenswerten Widerstand mehr gegen einen Stopp des internationalen Handels mit Blauflossenthun.

 

Zum Weiterlesen:

Deutschland will Handelsverbot für Thunfisch unterstützen

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