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Faszinierende Bilder aus der Tiefsee

Die längste Bergkette der Welt befindet sich nicht auf dem Festland, sondern in der Tiefe des Meeres: der Mittelozeanische Rücken. Er erstreckt sich vom arktischen Ozean rund um den Globus bis zum Atlantik. Die Azoren - westlich von Portugal mitten im Nordatlantik - sind ein Teil des Mittelatlantischen Rückens. In den Gewässern rund um die Azoren gibt es zahlreiche Unterwasserberge. Im Rahmen der SOS Weltmeer-Expedition haben Greenpeace-Taucher faszinierende Bilder aus der Tiefsee mit nach oben gebracht.

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Unterwasserberge werden oft als Oasen der Meere bezeichnet. Ihre uralten felsigen Abhänge sind der Lebenraum von jahrhundertealten Korallen und Seefächern. In den oft nahrungsreichen Gewässern tummeln sich Tiefseefische und Tintenfische. Die Strömung des Meeres bringt für sie lebenswichtige Nahrung aus den dunklen Tiefen nach oben. Dadurch wird auch das Plankton-Wachstum angeregt, was weitere Fische und Vögel sowie Meeressäuger anlockt. Die Tiefsee ist zudem die Kinderstube vieler Arten, die sich zum Teil nur sehr langsam fortpflanzen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass in den Tiefen der Meere zwischen 30.000 und 100.000 Unterwasserberge liegen. Bis heute sind weniger als ein Prozent von ihnen umfassend erforscht und dokumentiert. Seit kurzem gilt die lange vertretene Vorstellung als widerlegt, dass in der Tiefsee nur ein paar wenige und außerdem weit verbreitete Arten von Lebewesen heimisch seien. Die Forschung im südwestlichen Pazifik hat nämlich gezeigt, dass ein Viertel bis ein Drittel aller identifizierten Arten nur an diesen engen Berghängen unter Wasser vorkommen.

Diese vielfältigen und außergewöhnlichen Ökosysteme sind durch die Grundschleppnetz-Fischerei stark gefährdet. Sie ist eine der verheerendsten Fischereimethoden der Welt. Mit den Grundschleppnetzen werden Tiefseefische, wie etwa der Granatbarsch, Grenadierfisch, Rotbarsch oder Gabeldorsch gefischt und die Populationen dieser empfindlichen Arten ausgelöscht. Gleichzeitig werden die Lebensräume der Tiefsee massiv geschädigt - bevor Wissenschaftler überhaupt Gelegenheit hatten, zu erforschen, welche Arten dort leben.

Greenpeace will die Weltmeere schützen, damit die Tiefsee intakt bleibt. Zurzeit befindet sich das Greenpeace-Schiff Esperanza in den Gewässern der Azoren. Die Crew der Esperanza unterstützt vor Ort die Wissenschaftler der Universität der Azoren (UAC) bei ihren Untersuchungen der Seeberge in diesen Gewässern.

Mit an Bord sind auch Experten der Internationalen Welttierschutzorganisation IFAW (International Fund for Animal Welfare), die Studien an Pottwalen betreiben. Die Greenpeace-Expedition zu den Azoren ist Teil einer einjährigen Fahrt über die Weltmeere. Unter dem Motto SOS Weltmeer wird die Esperanza auch in den kommenden Monaten unterwegs sein und über Walfang, Überfischung, Verschmutzung und weitere Gefahren für die Meere berichten.

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