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Umweltausschuss des EU-Parlaments fordert besseren Schutz von Umwelt und Verbrauchern vor Pestiziden

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich am Mittwoch in seiner zweiten Lesung mit dem neuen EU-Pestizid-Recht befasst. Die EU-Parlamentarier haben dabei ihre Forderungen nach einer deutlichen Verbesserungen des Schutzes von Menschen und Umwelt vor giftigen Spritzmitteln bekräftigt.

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Die EU-Abgeordneten sprechen sich mit dem heutigen Abstimmungsergebnis dafür aus, dass besonders gefährliche Pestizide in der EU in Zukunft nicht mehr zugelassen werden dürfen. Dazu gehören neben Krebs erregenden, die Fortpflanzung beeiträchtigenden und das Erbgut schädigenen Pestiziden auch solche, die das Immun- und Nervensystem schädigen können. Zudem soll der Schutz von Bienen deutlich verbessert werden.

Das Votum des Umweltausschusses macht Hoffnung. Sein Beschluß sollte jetzt auch von der EU-Kommission und den Mitgliedsländern übernommen werden, fordert Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Dann könnte in Europa bald ein Pestizid-Zulassungsrecht Wirklichkeit werden, das die Menschen und die Natur endlich besser vor besonders gefährlichen Agrargiften schützt. Auch für eine sichere Lebensmittelproduktion sind die Verbesserungen unverzichtbar.

Die Abgeordneten stimmten zudem über eine neue Richtlinie zum nachhaltigen Einsatz von Pestiziden ab. Sprüheinsätze aus Hubschraubern sollen nur noch bei schwer zugänglichen Lagen erlaubt sein. Das Plenum des EU-Parlaments soll im Dezember oder Januar abschließend über das neue Pestizid-Recht abstimmen.

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