Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Weitere Schritte und mehr Förderung biologischer Landwirtschaft notwendig

Österreich: Große Schritte beim Bienenschutz

Die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten hatte im April für ein vorübergehendes Verbot von drei für Bienen gefährlichen Pestiziden gestimmt. Österreich stimmte damals gegen dieses Verbot. Nun machen die Österreicher eine Kehrtwende und gehen sogar noch ein paar Schritte weiter: Das Verbot gilt bereits zwei Monate früher - ab dem 1. Oktober - und wird auf drei Jahre verlängert. Außerdem gilt es auch für Wintergetreide.

  • /

Die drei Wirkstoffe Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta sollen laut Entscheidung der EU-Kommission beim Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle zunächst für zwei Jahre vom Markt genommen werden. "Ein teilweises Verbot dieser Neonicotinoide ist ein wichtiger Zwischenerfolg. Der prophylaktische Einsatz der drei Bienenkiller als Saatgutbeize wird damit für die nächsten drei Jahre in Österreich gestoppt", freut sich Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Österreich. "Für die Bienen ist es allerdings nur eine Atempause. Einige Pflanzen bzw. Anwendungsarten sind auch in Zukunft vom Verbot ausgenommen, wie zum Beispiel Spritzanwendungen für Tomaten. Die Bienenkiller-Wirkstoffe werden also weiterhin auf unseren Feldern ausgebracht. Als nächsten Schritt muss unbedingt ein Totalverbot dieser Wirkstoffe folgen", so Urban. Greenpeace hat neben den drei Neonicotinoiden noch vier weitere Pestizide identifiziert, die laut wissenschaftlichen Belegen inakzeptable Risiken für Bienen darstellen. Konkret sind das: Fipronil, Cypermethrin, Deltamethrin und Chlorpyrifos. "Schritt für Schritt müssen alle für Bienen gefährlichen Pestizide verbannt werden", sagt Urban. Nur so lasse sich das Bienensterben wirklich dauerhaft eindämmen.

"Um unsere Bienen und unsere Landwirtschaft dauerhaft schützen zu können, muss ein grundlegender Wandel weg von chemieintensiver Landwirtschaft hin zu biologischen und ökologischen Landwirtschaftsmethoden erfolgen. Dazu ist es dringend nötig biologischen Anbau in Österreich stärker zu fördern - denn Bio ist Bienenschutz", so Urban abschließend.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Zur Kampagne

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Flugausfall wegen Überdosis

Pestizide beeinträchtigen Bienen und andere Bestäuber stärker als bisher bekannt. Vor allem hochgiftige Neonikotinoide sind in der Umwelt allgegenwärtig, so eine Greenpeace-Studie.

Politikern auf den Zahn gefühlt

In Brüssel tagen heute Politiker und Experten zum Thema Pestizide. Junge Umweltschützer fühlen dabei ihren Volksvertretern auf den Zahn: Was tun sie eigentlich für die Bienen?

Fleißig wie die Bienen

Pestizide sind Gift für Bienen: Darauf machen junge Umweltschützer bei der Bienen-Aktionswoche aufmerksam. Mit Infoständen und Aktivitäten kämpfen sie für den Schutz der Insekten.