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Grüne Pestizid-Grenzwerte

Die Fraktion der Grünen im Bundestag hat am Donnerstag eine drastische Senkung der Pestizid-Grenzwerte für Obst und Gemüse verlangt. Dabei konnten sich die Grünen nicht verkneifen Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) dafür zu kritisieren, dass er die Grenzwerte deutlich erhöht habe. Unerwähnt bleibt dabei die Tatsache, dass das Aufweichen von Pestizid-Grenzwerten schon unter Ministerin Renate Künast seinen Anfang nahm.

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Die Grünen greifen mit ihrer Forderung auf, worauf Greenpeace seit Dienstag in einer neuen Studie hinweist. Zwischen 2004 und 2006 wurden hunderte von Pestizid-Grenzwerte angehoben. Schon vorher - seit 1999 zurzeit der rot-grünen Koalition - schossen die Grenzwerte in die Höhe. Nicht sehr verbraucherfreundlich!

Da auch die EU Vorschriften für die Pestizidbelastung erlassen hat, fallen nur ein Drittel der eingesetzten Pestizide unter einen nationalen Grenzwert. Aber wenigsten dort könnte Seehofer strikt nach Verbraucherschutzaspekten tätig werden.

Unser Chemieexperte Manfred Krautter erwartet jedoch deutlich mehr: Im Morgenmagazin von ARD und ZDF wies er am Freitag auf ein Pestizidproblem in der EU hin, bei dem die Politiker gefragt sind. So gelten beispielsweise in Spanien deutlich höhere Pestizid-Grenzwerte als bei uns. Aufgrund des Prinzipes des offenen Marktes in der EU und einer allgemeinen Verfügung aus Brüssel muss Deutschland aber Gemüse mit spanischen Pestizidhöchstmengen akzeptieren.

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