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Bayer zahlt für tote Bienen

Der Chemiekonzern Bayer ist bereit, Schadenersatz an Imker zu zahlen, die durch das Bayer-Pestizid Clothianidin Bienenvölker verloren haben. Im Frühjahr diesen Jahres war es in Baden-Württemberg zu einem massiven Bienensterben gekommen. Schuld daran - das haben offizielle Untersuchungen ergeben - ist das im Maissaatgut verwendete Pestizid Clothianidin.

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Knapp 11.500 geschädigte Bienenvölker seien von 700 Imkern gemeldet worden, heißt es im baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium. Es kommt nicht gerade häufig vor, dass sich ein Konzern freiwillig bereit erklärt Entschädigungen zu zahlen, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte bei Greenpeace.

Bayer betont immer wieder, dass allein die unsachgemäße Verwendung des Saatguts für das Bienensterben verantwortlich sei. So dürfe das Saatgut nur knapp oberhalb des Bodens ausgebracht werden, um nicht in die Luft zu gelangen.

Dazu Krautter: Die Natur ist kein Labor - es kann nicht sein, dass Gifte im Umlauf sind, die nur unter Laborbedingungen angeblich ungefährlich sind. Jeder Windstoß kann Stäube weitertragen.

Bis auf weiteres ist das Mittel jedenfalls für den Maisanbau verboten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte Maissaatgut, das mit dem Insektizid Clothianidin behandelt wurde, im Mai die Zulassung entzogen.

Dass Bayer nicht mit harmlosen Wässerchen handelt, beweist auch unser aktuelles Ranking der Pestizid-Industrie: Demnach führt Bayer die Liste der Hersteller an, die Produkte herstellen, die Mensch und Umwelt am stärksten gefährden.

Autorin: Anja Franzenburg

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