Plädoyer für die "Rückkehr nach vorne"

Was haben französische Mikrobiologen und Millionen brasilianischer Wanderarbeiter gemeinsam? Oder Vandana Shinas experimentelle Bauernhöfe in Indien mit den Landwirten der weltgrößten Bioplantage in der Ukraine? Sie alle wollen die Ackerböden verbessern und die Saatenvielfalt wiederherstellen - also nichts weniger als eine kleine Revolution.
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Rückkehr nach vorn nennt die französische Regisseurin Coline Serreau das. In ihrem Dokumentarfilm Good Food Bad Food - Anleitung für eine bessere Landwirtschaft zeigt Serreau uns, wer hinter diesen Initiativen steht. Wir begegnen faszinierenden Persönlichkeiten, die vielfältige Lösungen für eine intelligentere Nutzung unserer begrenzten Ressourcen gefunden haben.

Alle diese Menschen kämpfen dagegen, dass unsere Böden durch chemische Dünger und Pestizide vergiftet werden. Sie wehren sich dagegen, dass nur wenige skrupellose Konzerne weltweit das Saatgutangebot kontrollieren und die Bauern erpressen.

Da ist Pierre Rabhi, französischer Agrarökologe und Schriftsteller mit algerischen Wurzeln - einer der Pioniere der ökologischen Landwirtschaft. Alles was wir in die Erde einbringen, landet in unserem Körper. Deswegen sage ich den Menschen: Wenn wir zu Tisch sitzen, sollten wir uns nicht guten Appetit wünschen, sondern viel Glück. Man weiß nämlich nicht, was man seinem Körper zuführt oder was man seinen Kindern zu essen gibt.

Oder die Brasilianerin Ana Primavesi, in ihrem aktiven Berufsleben Agrarökonomin, Ärztin und Professorin für Bodennutzung an der Universität Santa Maria (Bundesstaat Rio Grande so Sul). Noch heute ist sie in Lateinamerika und Europa für die ökologische Landwirtschaft aktiv. Hinter gentechnisch veränderten Organismen verbirgt sich nichts anderes als eine Anpassung des Ackerbaus an tote Erde.

Vandana Shiva aus Indien, Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Physikerin und Erkenntnistheoretikerin. Gründerin des Vereins Navdanya, der sich für die Bewahrung der Artenvielfalt und den Schutz der Rechte von Kleinbauern stark macht. Die Farm von Navdanya ist eine beispielhafte Saatgutbank. Sie ermöglicht über 10.000 Bauern in Indien, Pakistan, Tibet, Nepal und Bangladesch, eine bäuerlich geprägte, weitgehend biologisch ausgerichtete Art der Landwirtschaft neu zu entdecken.

Antoniets Semen Swiridonowitsch aus der Ukraine: Als Leiter einer Sowjetkolchose erlebte er, wie mit der Agrarrevolution das Gift auf die Äcker kam und die Menschen krank machte. Er beschloss, dass zu seinen Lebzeiten niemand mehr diese Produkte benutzen sollte - und bewies, dass mit biologischem Landbau nicht nur Planerfüllung möglich war. Oft hatte er sogar die besten Erträge des gesamten Distrikts. Heute führt er die mit 8.000 Hektar größte Biofarm der Welt, ist nebenberuflich Professor an der Agrarakademie von Poltawa und trägt den Titel Held der Ukraine.

Es gibt weltweit Millionen von Menschen, die erfolgreich mit Lösungen für das Leben von morgen experimentieren, sagt Serreau. Der Film möchte ihr Engagement sichtbar machen, so dass jedermann - jetzt und in der Zukunft - seinen Nutzen daraus ziehen kann.

Greenpeace ist Kooperationspartner des Films, der 2011 in den Kinos anlief. Wer mehr erfahren möchte: Der Alamode Filmverleih bietet auf einer eigenen Website mehrere Trailer und viele interessante Informationen an - auch zu Vorführanfragen.

(Quelle: www.goodfood-badfood.de)

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