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Syngenta muss für illegales Genfeld Strafe zahlen

Der Schweizer Agrarkonzern Syngenta ist von der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA zu Strafzahlungen in Höhe von mehr als 380.000 Euro verurteilt worden. Der Grund: Syngenta hat in Brasilien illegal ein Testfeld mit genetisch manipulierter Soja angebaut - und das in der Nähe eines Weltnaturerbe-Reservates, dem Nationalpark Iguacu.

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Der Tatbestand ist eindeutig: Nach brasilianischem Recht ist die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in einem Umkreis von zehn Kilometern um Schutzgebiete herum verboten. Das Testfeld ist jedoch nur sechs Kilometer von dem Nationalpark entfernt. Trotz der klaren Gesetzeslage stritt Syngenta öffentlich ab, dass das Testfeld illegal angelegt worden sei.

Syngenta hat also nicht nur illegal Gen-Pflanzen am Rand eines Nationalparks angepflanzt, sondern auch die Medien belogen. Letzten Mittwoch, als Greenpeace das Umweltverbrechen publik machte, hat das Unternehmenn noch behauptet, es habe eine Bewilligung der brasilianischen Behörden, sagt Bruno Heinzer, Gentechnikexperte von Greenpeace Schweiz.

Die Bauernorganisation Via Campina hatte das illegale Feld in der vergangenen Woche entdeckt. Aus Protest gegen die dreisten Machenschaften des Agrarmultis besetzten daraufhin über tausend Bauern das Feld. Politiker kündigten an, das Feld abzubrennen und die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen. Die IBAMA hat das Bußgeld nun verhängt, während in Curitiba die achte Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt abgehalten wird.

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