Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Raps bleibt Raps

Erfreuliche Nachrichten: Deutsches Raps-Saatgut ist weiterhin frei von Gentechnik. Es konnte keine Verunreinigung festgestellt werden.

  • /

Greenpeace und Bioland, der größte Anbauverband von Bio-Bauern, haben auch dieses Jahr wieder die Resultate der Saatgutkontrollen der verantwortlichen Behörden der Bundesländer abgefragt – mit dem erfreulichen Ergebnis, dass Rapssaatgut in Deutschland gentechnikfrei ist. 334 Proben von Rapssaat wurden untersucht, alle waren negativ. 2012 waren noch fünf von 337 Saatgutproben durchgefallen. „Auch die diesjährige Analyse zeigt, dass sauberes Saatgut möglich ist“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland.

Nulltoleranz muss bleiben

In der EU gilt bislang ein Reinheitsgebot für Saatgut, das heißt ein Verbot jeglicher Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Saatgut. Große Saatguthersteller und der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter BDP fordern seit Jahren, Schwellenwerte für gentechnische Verunreinigungen einzuführen.

Bioland und Greenpeace lehnen das ab. „Die Nulltoleranz für Saatgut muss auch künftig bestehen bleiben, denn bereits ein Schwellenwert von 0,1 Prozent bei Saatgut könnte bedeuten, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und in die Nahrungskette gelangen,“ berichtet Plagge.

Gefahr für die Nahrungskette

„Saatgut steht am Anfang der pflanzlichen Produktion - jede Verunreinigung mit Gentechnik bedeutet nicht nur ein unkalkulierbares ökologisches, sondern auch ein unverantwortliches wirtschaftliches Risiko“, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte bei Greenpeace. „Die Ergebnisse sind eindeutig: Schwellenwerte für Gentechnik im Saatgut sind nicht nur völlig überflüssig, sondern nach wie vor eine ökologische und ökonomische Gefahr.“

In den USA und Kanada passierte dies bereits. Teile der Produktion von Reis, Leinsaat und Weizen waren gentechnisch kontaminiert und weltweit in den Supermarktregalen gelandet. Nur mit großem Aufwand gelang es, die Erzeugung wieder gentechnikfrei zu bekommen, dennoch hatte dies für erheblichen wirtschaftlichen Schaden gesorgt.

Ohne Kontrolle

Der gentechnische Eingriff in Nutzpflanzen hat riskante Nebenwirkungen zur Folge: Es werden zusätzliche Pestizide eingesetzt, die unter anderem das Trinkwasser verschmutzen und die Artenvielfalt bedrohen. Greenpeace und Bioland fordern daher weiterhin eine strenge und lückenlose Kontrolle allen Saatguts.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.