Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Monsanto wartet mit Gen-Weizen

Der Chemiekonzern Monsanto hat seine Anträge auf Freisetzung von genmanipulierten Roundup Ready-Weizen im großen Stil international zurückgezogen. Einzig die U.S. Food and Drug Administration (FDA) soll ihre Untersuchungen zu Monsantos Gen-Weizen fortführen. Ursprünglich waren die Regierungen von Kanada, Australien, Neuseeland, Russland, Süd Afrika und Kolumbien aufgefordert, ihre Zustimmung zur Kommerzialisierung zu geben. Das kanadische Greenpeace Büro bestätigte, dass Monsanto seinen Antrag in Kanada zurückgenommen hat.

Zusammen mit Landwirten wehrte sich Greenpeace gegen die kommerzielle Freisetzung von Gen-Weizen - speziell in Kanada und den USA. Der gentechnisch veränderte Weizen ist nur schwer von traditionellem Saatgut getrennt zu halten. Das kann dazu führen, dass auch konventionelles Getreide kontaminiert. Sogar der Weizen-Hauptexporteur Canadian Wheat Board wollte gegen Monsanto klagen, wenn der Konzern eine Genehmigung für den Weizen erhalte - aus Angst vor einer ablehnenden Reaktion der Verbraucher.

Allein die FDA in den USA will ihre Forschungen zum Roundup Ready-Weizen von Monsanto weiterführen. Allerdings reicht deren Zustimmung für eine Einführung des Gen-Weizens nicht aus. Ihre positive Bewertung könnte aber dazu führen, dass andere US-Behörden davon überzeugt sind, dass mit Gen-Weizen in Futter- oder Lebensmitteln keine Risiken verbunden sind.

Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel bei Greenpeace warnt: "Ob Lebensmittel sicher sind, die gentechnisch verändert wurden, oder ob genmanipulierte Organismen die Umwelt schädigen, kann niemand im Voraus beurteilen. Deswegen ist Greenpeace aus Vorsorgegründen gegen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen. Anderenfalls werden die Verbraucher zu Versuchskaninchen und die Natur zu einem riesigen Versuchslabor."

Kennen Sie schon unser Video vom Fleischfresser Gen-Weizen?

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.