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Kein Gen-Mais im Eilverfahren

Das Verwaltungsgericht Hannover hat am Freitag den Antrag dreier international tätiger Saatgutfirmen abgelehnt, in einem Eilverfahren das Bundessortenamt zur Zulassung von Gen-Maissaatgut (MON810) zu verpflichten. Das Gericht verwies die Firmen unter der Führung des US-amerikanischen Gentechnikgiganten Monsanto an ein gewöhnliches Hauptsacheverfahren.

Interessant ist die Begründung der Kammer. Danach würden Entscheidungen im Eilverfahren nur getroffen, wenn danach noch eine Korrektur in einem Hauptsacheverfahren möglich sei. Das sei in diesem Fall jedoch nicht gegeben, weil nach einer Zulassung das Saatgut verkauft und angebaut werden dürfte. Und das könne dann nicht mehr korrigiert werden. Außerdem sah das Gericht keine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Firmen im Hauptsacheverfahren Recht bekämen.

Es gibt in Deutschland für Gen-Mais keinen Markt, sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Wir fordern die Saatgutfirmen auf, die aggressive Vermarktung ihres Gen-Maises zu stoppen und ihre Anträge bei Gericht zurückzuziehen. In diesem Jahr war geplant, auf 1.000 Hektar Gen-Mais anzubauen, davon sind jedoch laut offiziellem Kataster nur knapp über 300 Hektar übrig geblieben, auf denen Gen-Mais tatsächlich wächst. Dem steht eine gesamte Maisanbaufläche von rund 1,3 Millionen Hektar in Deutschland gegenüber - Gen-Mais macht also einen Anteil im untersten Promillebereich aus. Dennoch ist jeder Anbau von gentechnisch verändertem Mais mit Risiken für die Umwelt und die Gesundheit verbunden. Zusätzlich wird dadurch die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet.

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