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Gentechnik-Skandal in Mexiko aufgedeckt

Seit neun Jahren lässt die mexikanische Regierung genmanipulierte Kartoffeln, Raps, Mais, Baumwolle, Soja und Tomaten ins Land, ohne die Bevölkerung zu informieren. Auf diesen Skandal haben am Freitag Greenpeace-Aktivisten in Mexiko-Stadt hingewiesen. Sie ketteten sich an den Haupteingang zum Gesundheitsministerium. Auf einem Transparent warnten sie: Dieses Ministerium gefährdet Ihre Gesundheit. Ihre Forderung, offenzulegen wie es dazu kommen konnte, blieb unbeachtet. Die Behörde verweigerte jede Auskunft.

"Die Verfehlungen des Ministeriums sind sehr schwerwiegend, sagt Areli Carreón", Gentechnik-Expertin von Greenpeace Mexiko. "Es geht schließlich um die Lebensmittel, die wir täglich auf unseren Tellern haben. Deshalb bedauern wir sehr, dass das Ministerium nicht bereit war, uns die Vorgänge zu erklären, die zur Zulassung der 22 Gen-Gemüse geführt haben. Offensichtlich haben sie keine Rechtfertigung für ihre Entscheidungen."

Greenpeace ist im Besitz von offiziellen Dokumenten des Ministeriums, aus denen hervorgeht, dass die Behörde seit 1995 verschiedenen Gentechnik-Konzernen erlaubt hat, ihre Gen-Produkte für den menschlichen Verzehr in Verkehr zu bringen. Eine wissenschaftliche Unbedenklichkeitsuntersuchung der Produkte forderte sie nicht. Man verließ sich offenbar ganz und gar auf die Angaben der Gen-Multis, wie Monsanto, Pioneer HiBred Mexico und Dow AgroSciences.

Mit diesen Zulassungen ist auch klar, dass das Ministerium die Öffentlichkeit belogen hat, sagte Alejandro Calvillo, Geschäftsführer von Greenpeace Mexiko. Seit 1999 hat Greenpeace das Ministerium mehrfach um Informationen zu gentechnisch veränderten Organismen in Lebensmitteln gebeten, speziell in Mais. Die Beamten des Ministeriums bestritten bei verschiedenen Gelegenheiten schriftlich und in offiziellen Dokumenten, Kenntnis darüber zu haben, dass es in Mexiko gentechnisch veränderte Produkte gab. Obwohl sie selbst sie zugelassen hatten.

Die Gen-Pflanzen sind als Grundstoffe von Ölen, Mehl oder Essenzen in unzähligen verarbeiteten Produkten enthalten. Zu ihnen zählen Konserven, Brot, Tortillas, Babynahrung, Frühstücksflocken, Erfrischungsgetränke und Biere. Aber kein einziges Etikett klärt darüber auf. (mir)

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