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Gentechnik in Bäumen

In den USA sind in den vergangenen drei Jahren eine steigende Zahl von Forschungsprojekten mit gentechnisch veränderten Bäumen verwirklicht worden. Dem US-Landwirtschaftsministerium sind seit 1989 rund 230 Genexperimente an Bäumen gemeldet worden, die Hälfte davon seit dem Jahr 2000.

Einige Wissenschaftler fügen den Bäumen genetisches Material aus Viren und Bakterien hinzu, damit sie schneller wachsen und besseres Holz liefern. Andere Forscher fügen Bakteriengene ein, damit die Gen-Bäume Quecksilber aufnehmen können und so verseuchte Böden säubern. Wissenschaftler der Universität Colorado entwickeln derzeit eine Pinie, die bei einem Angriff mit Bio- oder Chemiewaffen die Farbe wechselt.

Vor allem die Holzindustrie und Obstbauern fördern die Gentechnik in Bäumen, da sie sich ertragreichere und widerstandsfähigere Bäume erhoffen. Bislang dürfen die gentechnisch veränderten Bäume - vorrangig Pappeln, Kaffeesträucher, Eukalyptus- und Apfelsträucher - jedoch nicht vermarktet werden.

Eine Ausnahme bilden die Papaya-Bäume: Seit rund fünf Jahren werden sie in den USA angebaut, da sie widerstandsfähig gegen das Ringspot-Virus sind. Doch auf einer Greenpeace-Veranstaltung im Juni berichteten US-Bauern aus Hawaii, dass die Gen-Papaya keine Abwehrkräfte gegen andere Pflanzenviren und -pilze haben. Alle zehn Tage müssen sie große Mengen an Fungizide versprühen.

Ein weiteres Problem von genmanipulierten Bäumen ist, dass die genetische Vielfalt der Wälder verloren gehen könnte. Da die so genannten Designerbäume fortpflanzungsfähig sind, könnten sie sich mit anderen nicht manipulierten Bäumen kreuzen. Umweltschutzgruppen in den USA fordern deshalb ein Moratorium für das Pflanzen genetisch veränderter Bäume in freier Natur, bis die Technik besser erforscht ist. (nic)

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