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Gen-Soja: Vom Winner zum Loser

Greenpeace-Gendetektive haben am Mittwoch vor Malaga einen Frachter mit Gen-Soja geentert. Einige der Greenpeacer erklommen die Ladekräne der Winner, andere kletterten auf den Mast und entfalteten ein Banner gegen die massive Kontaminierung spanischer Lebensmittel durch gentechnisch manipulierte Soja. Die Gendetektive hatten den Frachter mit der Esperanza abgefangen.

Spanien führt jährlich rund sechs Millionen Tonnen Soja aus den USA, Brasilien und Argentinien ein und ist damit der zweitgrößte Soja-Importeur der EU. Schätzungsweise vier der sechs Millionen Tonnen sind gentechnisch kontaminiert. Die Fracht der Winner - 9.000 Tonnen Gen-Soja und 11.000 Tonnen Mais aus unbekanntem Anbau - stammt aus Argentinien.

Greenpeace-Gentechnikexperte Lindsay Keenan wies darauf hin, dass Gen-Pflanzen nicht den Hunger in der Welt beseitigen, auch wenn große Konzerne wie Monsanto dies gern behaupten. Gen-Soja zerstört dort, wo er angebaut wird, die Umwelt und wird dann zu Millionen Tonnen an Schweine, Rinder und Hühner in Europa verfüttert, sagte er.

Daniela Montalto, Greenpeace-Sprecherin in Argentinien, bekräftigte diese Aussage: In Argentinien gehen Menschen abends hungrig ins Bett, obwohl zwischen 1997 und 2002 mehr als 14 Millionen Hektar Ackerland mit Gen-Soja bestellt worden sind. Den Bauern waren höhere Erträge und billigeres Saagut versprochen worden, und eine Weile hielt die Illusion auch vor. Jetzt erleben wir einen Alptraum. Montalto ruft die Verbraucher in aller Welt auf: Kauft keine Gen-Nahrung!

Über den Alptraum der Gen-Bauern in Argentinien informiert der Artikel Argentiniens bittere Ernte

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