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Gen-Saatfirmen gestehen indirekt Risiko ein

Am Freitag hat die InnoPlanta e.V. Landwirte darauf hingewiesen, dass sie Meldefristen für den Anbau von Gen-Pflanzen in diesem Jahr beachten müssen. Um möglichst vielen die Aussaat von Gen-Mais schmackhaft zu machen, wurde auch gleich ein neues Modell vorgestellt, mit dem der Gentechnikgigant Monsanto und die Märkische Kraftfutter GmbH das finanzielle Risiko für Landwirte abpuffern wollen. Beide Firmen werden herkömmlichen Mais aufkaufen, der in der Nähe von Gen-Maisfeldern gewachsen ist - ohne Nachweis, ob er überhaupt durch Gen-Mais verunreinigt wurde.

Was mag Unternehmen dazu bewegen, Geld für etwas auszugeben, was es ihrer Meinung nach gar nicht oder nur in sehr geringer Menge geben dürfte? Besser kann man nicht beweisen, dass genmanipulierter Mais sich unkontrolliert ausbreitet und benachbarte Felder befallen kann, erklärt dazu Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Dieses Angebot der Gentechnik-Industrie ist offensichtlich ein Ergebnis des Erprobungsanbaus im vergangenen Jahr. Der Gen-Mais scheint sich ausgebreitet zu haben, sonst würde dieses Angebot keinen Sinn machen.

Die Ergebnisse des Probeanbaus müssen unbedingt veröffentlicht werden, fordert Strodthoff. Das ist bisher nicht geschehen, denn der Anbau sollte der Werbung für die Gen-Konzerne dienen - da passt dann nicht jedes Forschungsergebnis ins Konzept.

Die Heimlichtuerei soll nun fortgesetzt werden, da die Industrie künftig den Mais, der auf Nachbarfeldern angebaut wird, ungeprüft kaufen will. Aber auch das wird nicht zum Ziel führen, warnt Strodthoff. Mit solchen Methoden verstärkt die Industrie lediglich das berechtigte Misstrauen der Verbraucher gegen Gentechnik auf dem Acker. (mir)

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