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Gen-Papaya schadet Hawaiis Bauern

In Hawaii entfernten gestern Greenpeace-Aktivisten und lokale Bauern gentechnisch veränderte Papaya vom Feld eines Öko-Landwirts. Der Hintergrund: Im tropischen Surferparadies wird es für Papaya-Bauern zunehmend schwer, die süßen Früchte ohne Gentechnik anzubauen. Und das, obwohl vor allem in Europa niemand die genmanipulierten Früchte essen will. Doch die Versprechungen von US-Konzernen haben dazu geführt, dass sich die Gen-Papaya in Hawaii mittlerweile so verbreitet hat, dass selbst die Felder von Öko-Bauern verunreinigt sind.

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Wie in anderen tropischen Regionen floriert der Handel mit den Früchten des Melonenbaums seit vielen Jahren. Seit 1998 darf in Hawaii auch gentechnisch veränderte Papaya angepflanzt werden. Mittlerweile ist Hawaii das Land mit dem größten Erprobungsanbau von Gen-Papaya und zudem das einzige Land, das die Gen-Früchte auch kommerziell produziert.

Doch trotz der Versprechen der Gentechnik-Konzerne lässt sich mit der genmanipulierten Papaya kein Geld verdienen: Für eine herkömmliche Frucht erhält ein Bauer zurzeit etwa dreimal so viel Geld wie für das gentechnisch veränderte Pendant. Die US-Firmen wollen die Welt mit Gen-Papaya füttern, doch die Welt beißt nicht an, sagt die hawaiische Landwirtin Melanie Bondera. Das Problem der Gen-Pflanzen anbauenden Bauern sollte man meinen. Doch:In dem Moment, in dem auch unsere Früchte verunreinigt sind, können auch wir die Früchte nicht mehr als gentechnikfrei nach Europa exportieren, erklärt die Landwirtin.

Genmanipulierte Papayas enthalten ein so genanntes Antibiotika-Resistenzgen. Die Verbreitung solcher Gene kann dazu führen, dass Antibiotika als Medikamente nicht mehr wirken. Seit Anfang 2004 werden daher in der Europäischen Union keine Zulassungen für Gen-Pflanzen mit Antibiotika-Resistenzgenen mehr erteilt. Gen-Papaya dürfte es demnach in Europa gar nicht mehr am Obststand geben. Doch noch im November 2004 haben Stichproben in Nordrhein-Westfalen gezeigt: Gen-Papaya aus Hawaii landen auch hier im Warenkorb!

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