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Gen-Mais in Deutschland auf dem Vormarsch

Das Bundessortenamt in Hannover hat am Mittwoch drei genmanipulierte Bt-Maissorten zugelassen. Alle drei dürfen damit im kommenden Jahr erstmals ohne Mengenbegrenzung angebaut werden. Dabei hat ein erst kürzlich abgebrochener Fütterungsversuch mit Gen-Erbsen in Australien gezeigt, dass die Gefahren von Gen-Food bislang unterschätzt wurden. Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph Then kommentiert die heutige Entscheidung.

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Horst Seehofer hätte die Zulassung stoppen müssen. Die EU-Behörden haben die Sicherheit dieses Gen-Maises nicht ausreichend geprüft. So wurde der Gen-Mais nie an Tiere verfüttert, um zu testen, ob es Gesundheitsgefahren gibt. Weil die Standards der Erstzulassung von 1998 den derzeitigen gesetzlichen Anforderungen nicht mehr genügen, muss der Mais schon nächstes Jahr erneut die Sicherheitsprüfung der EU durchlaufen. Ihn jetzt zum Verkauf zuzulassen, ist fahrlässig.

Wegen der Vorbehalte von Renate Künast, der ehemaligen Verbraucherministerin, hatte das Bundessortenamt den Anbau dieser Gen-Pflanzen in den Vorjahren immer nur für eine beschränkte Menge genehmigt. Horst Seehofer hat jetzt mit der Zulassung dieser Sorte bereits zu Beginn seiner Amtszeit viel Vertrauen verspielt.

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