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Gen-Mais außer Kontrolle

Greenpeace hat Mitte September in Hessen mindestens drei Felder aufgespürt, auf denen illegal angebauter Gen-Mais Bt-176 wächst. Nach geltendem Recht darf dieser wegen Sicherheitsbedenken nur mit begleitender Forschung angebaut werden. Diese fand nicht statt. Weder die Herstellerfirma Syngenta noch das Regierungspräsidium Gießen wussten von den Feldern.

Die Gen-Pflanzen auf den hessischen Feldern stammen aus den 50 Tonnen Gen-Saatgut, die das Bundessortenamt zum Anbau in Deutschland zugelassen hat. Der jetzt gefundene Gen-Mais stammt vermutlich aus Restbeständen vom letzten Jahr. Syngenta hatte versäumt, sein Saatgut kontrolliert zu beseitigen. Der Konzern Syngenta vernachlässigt seine Pflichten sträflich, so Henning Strodthoff, Genexperte bei Greenpeace. Der illegale Gen-Mais breitet sich unkontrolliert aus und gelangt ins Tierfutter und eventuell sogar in Lebensmittel. Das Regierungspräsidium leitete inzwischen ein Verfahren gegen Syngenta ein.

Der Mais Bt-176 bildet durch die Genmanipulation ein bakterielles Insektengift, dass nicht nur die unerwünschten Tiere tötet, sondern auch Raupen von Schmetterlingsarten gefährdet. Zudem enthält der Bt-Mais ein Gen, das ihn gegen Antibiotika widerstandsfähig macht. Über Tierfutter gelangt das Gen in den Darm, wo die Resistenz auch auf Krankheitserreger übertragen werden kann. Es besteht die Gefahr, dass Antibiotika durch die zunehmende Resistenzbildung wirkungslos werden.

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